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Planung & Bau · 5 Min Lesezeit

Massivholz-Sauna nach Maß

Massivholz-Sauna nach Maß: Holzarten, Betriebsarten, Technik, Standort und Pflege – worauf es bei einer Heimsauna aus der Schreinerei ankommt.

Massivholz-Sauna nach Maß mit Holzbänken

Wer zu Hause saunieren möchte, stößt schnell auf Fertigkabinen aus dem Katalog. Sie passen gut in einen rechteckigen Raum mit ausreichender Deckenhöhe. Ein Keller mit niedriger Decke, ein Dachgeschoss mit Schräge oder eine Nische im Bad fallen dagegen selten ins Raster. Genau hier spielt eine Massivholz-Sauna nach Maß ihre Stärken aus: Sie entsteht für diesen einen Raum.

Was eine Massivholz-Sauna ausmacht

Die meisten Fertigsaunen sind in Elementbauweise gefertigt: Ein Holzrahmen wird gedämmt und innen wie außen mit Profilholz verkleidet. Bei einer Massivholz-Sauna bestehen die Wände dagegen aus massiven Holzbohlen. Das Holz nimmt beim Aufguss Feuchtigkeit auf und gibt sie danach wieder ab; manche Saunagänger empfinden das Raumklima in einer solchen Kabine als angenehm.

Bei der Maßanfertigung sind Grundriss, Höhe und Front nicht vorgegeben. Eine Schreinerei plant die Kabine um Dachschrägen, Fenster oder Leitungen herum und stimmt die Außenseiten auf Möbel und Türen im Raum ab. Wie Sie Standort, Maße und Platzbedarf vorab klären, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Planung einer Heimsauna.

Das passende Holz

Das Holz prägt Duft, Optik und das Gefühl auf der Haut. Für Massivholz-Saunen kommen vor allem diese Hölzer infrage:

  • Zirbe verströmt einen kräftigen, harzigen Duft und zeigt eine lebhafte Maserung mit vielen Ästen. Im Alpenraum ist sie besonders beliebt.
  • Linde ist hell, gleichmäßig gewachsen und nahezu geruchlos. Wer es ruhig und schlicht mag, greift oft zu Linde.
  • Espe enthält kaum Harz und leitet Wärme wenig. Darum eignet sie sich gut für Bänke und Rückenlehnen.
  • Tanne wirkt hell und freundlich und enthält weniger Harz als Fichte.
  • Altholz bringt Patina und Geschichte mit – keine Kabine gleicht der anderen.

Die Eigenschaften der einzelnen Hölzer vergleichen wir ausführlich in unserem Beitrag zu den Holzarten für die Sauna.

Sauna, Bio-Sauna oder Infrarot

Eine Maßsauna lässt sich für unterschiedliche Betriebsarten auslegen. Die klassische finnische Sauna arbeitet mit hoher Temperatur und trockener Luft, die Bio-Sauna mit milderer Wärme und höherer Luftfeuchte. Infrarotstrahler wärmen den Körper direkt, ohne die Luft stark aufzuheizen. Mit einem Kombiofen und zusätzlichen Strahlern lassen sich je nach Ausstattung mehrere Varianten in einer Kabine verbinden, sodass im Haushalt jeder die Wärme wählen kann, die ihm liegt.

Technik: Ofen, Strom und Lüftung

Ofenleistung und Steuerung müssen zur Kabine passen. Größere Saunaöfen brauchen in der Regel einen Drehstromanschluss, den eine Elektrofachkraft installiert. Ebenso wichtig ist die Lüftung: Die frische Luft strömt meist unterhalb des Ofens ein, die verbrauchte zieht auf der gegenüberliegenden Seite ab. Liegen Ofen, Steuerung, Elektroanschluss und Lüftung in einer Hand, verringert sich der Abstimmungsaufwand zwischen den Gewerken.

Keller, Dachgeschoss oder Garten

Jeder Standort stellt andere Anforderungen. Im Keller ist oft reichlich Platz vorhanden, dafür sollten Sie Feuchtigkeit und Frischluft im Blick behalten. Ist der Raum trocken und lässt er sich zuverlässig lüften, kann eine Sauna dort eine gute Lösung sein. Liegen Dusche und Ruhebereich in der Nähe, ist der Saunagang zudem bequemer. Ist die Decke niedrig, wird die Kabine entsprechend niedriger geplant; Bankhöhen und Abstände zum Ofen müssen dann besonders sorgfältig abgestimmt werden.

Unter einer Dachschräge kommt es auf die richtige Aufteilung an. In der Regel liegt die obere Bank dort, wo die Kabine am höchsten ist, denn warme Luft steigt nach oben. Im niedrigeren Bereich unter der Schräge finden eine untere Bank oder Stauraum Platz; die Tür sitzt dort, wo man aufrecht eintreten kann.

Im Garten steht die Sauna meist als eigenes kleines Gebäude. Dafür braucht es ein tragfähiges Fundament, ein dichtes Dach und bei einem Elektroofen eine Stromleitung bis zur Kabine. Ob eine Genehmigung nötig ist, hängt von Bundesland, Gemeinde und Größe ab. Fragen Sie deshalb vor Beginn der Planung beim Bauamt nach.

Pflege: So bleibt das Holz lange schön

Massives Saunaholz braucht wenig, aber regelmäßige Pflege. Nach jedem Saunabad sollte die Tür eine Weile offen stehen, damit die Kabine gründlich austrocknet. Ein Handtuch unter Körper und Füßen schützt die Bänke vor Schweiß. Zum Reinigen genügt es meist, Bänke und Rückenlehnen mit klarem Wasser und einer weichen Bürste abzuwaschen. Lack gehört nicht auf die Liegeflächen, denn er versiegelt das Holz, sodass es Feuchtigkeit schlechter aufnehmen und abgeben kann. Wer das Holz behandeln möchte, nimmt ausschließlich Mittel, die ausdrücklich für die Sauna geeignet sind. Kleinere Verfärbungen lassen sich oft mit feinem Schleifpapier entfernen. Auch eine ältere Sauna mit größeren Schäden muss nicht gleich ersetzt werden: Je nach Zustand kann ein Schreiner einzelne Bänke tauschen, die Verkleidung erneuern oder die Technik modernisieren.

Von der Idee zur fertigen Sauna

Am Anfang steht meist ein Gespräch, dazu ein paar Fotos des Raums. Danach folgen Aufmaß vor Ort, Planung und Angebot. Erst wenn Holz, Ausstattung und Ausführung feststehen, wird die Sauna in der Werkstatt gefertigt und anschließend vor Ort montiert.

Ein Beispiel aus Oberbayern ist die Schreinerei Max Schwarz. Der Betrieb baut Massivholz-Saunen nach Maß für Innenräume, Garten und Außenbereich, außerdem Bio-Saunen und Infrarotkabinen. Verarbeitet werden Zirbe, Linde, Tanne, Espe und Altholz mit Wandstärken bis zu 57 Millimetern. Öfen und Steuerungen stammen von EOS und Tulikivi. Um Elektroanschluss und Lüftung kümmert sich die Schreinerei auf Wunsch gleich mit. Dazu fertigt sie Ruheliegen, Verkleidungen und Wellnessmöbel und saniert außerdem bestehende Saunen anderer Hersteller. Aktiv ist der Betrieb in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, München, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim. Die Preise beginnen bei 7.000 Euro.

Was eine Maßsauna kostet

Eine Massivholz-Sauna nach Maß kostet in der Regel mehr als ein Bausatz aus dem Baumarkt. Dafür passt sie genau in den vorhandenen Raum, und Holz, Technik und Ausstattung lassen sich individuell wählen. Wie hoch die Summe am Ende ausfällt, hängt von Größe, Holzart, Ofen und Montageaufwand ab. Eine belastbare Zahl nennt erst ein Angebot nach dem Aufmaß.

Fazit

Eine Massivholz-Sauna nach Maß lohnt sich vor allem dort, wo eine Standardkabine nicht hineinpasst oder wo Holz, Optik und Technik genau den eigenen Vorstellungen entsprechen sollen. Wer früh klärt, wo die Sauna stehen soll, welches Holz gefällt und welche Betriebsart gewünscht ist, hat eine gute Grundlage für das Gespräch mit der Schreinerei.

Titelbild: Alex Tyson / Pexels