Planung & Bau · 6 Min Lesezeit
Holzarten für Saunen: Eigenschaften im Vergleich
Welche Holzart eignet sich für Saunabank, Innenverkleidung und Außenbereich? Espe, Abachi, Hemlock und Thermoholz im sachlichen Vergleich.
Die Holzwahl beeinflusst Komfort, Sicherheit und Haltbarkeit einer Sauna mehr als die meisten anderen Materialentscheidungen. Besonders bei Bänken gilt: Das falsche Holz kann bei 80–90 °C zu Verbrennungen oder Hautreizungen führen.
Worauf es bei der Holzwahl ankommt
Für Bänke und Rückenlehnen sind zwei Eigenschaften entscheidend: niedrige Wärmeleitfähigkeit und geringer Harzgehalt.
Wärmeleitfähigkeit: Dichte oder harzreiche Hölzer leiten Wärme schneller zur Hautoberfläche. Für Bänke empfehlen sich Hölzer unter ca. 0,15 W/(m·K). Espe und Abachi liegen bei etwa 0,10–0,12 W/(m·K).
Harzgehalt: Nadelholz wie Kiefer oder Lärche enthält Harz, das bei Temperaturanstieg austritt. Auf Bänken entstehen so klebrige Rückstände und mögliche Hautreizungen.
Für Wandverkleidung und Decke gelten etwas lockerere Anforderungen – entscheidend sind dort Formstabilität bei wechselnder Feuchtigkeit und das Ausbleiben von Schadstoffabgaben.
Empfohlene Hölzer für den Innenausbau
Espe
Espe (Populus tremula) ist in Deutschland und Finnland das meistverwendete Holz für Saunabänke. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei ca. 0,12 W/(m·K), Harz enthält das Holz nicht. Die helle Farbe und glatte Oberfläche sind weitere praktische Vorteile. Schweißflecken können Espe mit der Zeit verfärben; regelmäßiges Trockenwischen nach dem Saunieren beugt dem vor.
Abachi
Abachi (Triplochiton scleroxylon) stammt aus Westafrika und hat eine der niedrigsten Wärmeleitfähigkeiten aller Saunahölzer (~0,10 W/(m·K)). Das Holz ist sehr leicht (380–430 kg/m³), enthält kein Harz und hat eine cremeweiße Farbe. Es eignet sich gut für Bänke und Rückenlehnen. Da Abachi importiert wird, sollten Sie auf FSC- oder PEFC-Zertifizierung achten.
Hemlock
Hemlock (Tsuga heterophylla) ist eine nordamerikanische Tanne mit heller, gleichmäßiger Maserung und niedriger Wärmeleitfähigkeit. Der Harzgehalt ist geringer als bei heimischen Nadelhölzern, aber höher als bei Espe. Hemlock wird für Innenverkleidungen und Bänke verwendet und ist günstiger als Zeder.
Linde
Linde (Tilia) hat ähnliche Kennwerte wie Espe: helle Farbe, niedrige Wärmeleitfähigkeit, kein Harz. Beim Erhitzen verströmt das Holz einen milden, schwach süßlichen Duft. Linde neigt weniger zur Rissbildung als viele andere Hölzer – ein Vorteil bei den Feucht-trocken-Zyklen in der Sauna.
Zeder
Kanadische Rotzeder (Thuja plicata) ist das klassische Saunaholz in Nordamerika. Der charakteristische Duft kommt von natürlichen Ölen, die das Holz gleichzeitig gegen Pilze und Schimmel schützen. Die Wärmeleitfähigkeit liegt etwas höher als bei Espe. Bei Personen mit Empfindlichkeit auf ätherische Öle kann der Duft Reaktionen auslösen. Zeder ist in der Regel teurer als heimische Hölzer.
Fichte
Fichte (Picea abies) ist die günstigste Option für Saunaverkleidungen. Für Wand und Decke funktioniert sie gut, sofern harzneutrale Ware gewählt wird. Auf Bänken ist unbehandelte Fichte nicht zu empfehlen, da auch bei besserer Qualität gelegentlich Harzpockets auftreten. Thermo-Fichte ist dort die sichere Wahl.
Thermoholz: thermisch behandelte Hölzer
Thermoholz entsteht durch Erhitzen auf 180–230 °C in Dampfatmosphäre, ohne chemische Zusätze. Dabei verändern sich die Eigenschaften dauerhaft:
- Harzgehalt sinkt stark
- Feuchtigkeitsaufnahme wird reduziert – das Holz quillt und schwindet weniger
- Dimensionsstabilität steigt
- Farbe verdunkelt sich gleichmäßig (hellbraun bis dunkelbraun, je nach Behandlungsintensität)
Nachteil: Thermoholz ist etwas spröder als unbehandeltes Holz und reagiert empfindlicher auf punktuelle mechanische Belastung.
Thermo-Fichte ist die günstigere Option im Thermoholz-Segment. Durch den stark reduzierten Harzgehalt eignet sie sich auch für Bänke – und damit für Einsatzbereiche, bei denen unbehandelte Fichte ausscheidet.
Thermo-Kiefer ist dichter und robuster als Thermo-Fichte. Die erhöhte Feuchtigkeitsresistenz macht sie auch für Dampfsaunen geeignet. Sie kostet etwas mehr als Thermo-Fichte.
Hölzer mit Einschränkungen
Kiefer (unbehandelt): Zu harzreich für Bänke. Für Außenverkleidungen nur bedingt geeignet; Lärche oder Douglasie halten dort besser.
Lärche (unbehandelt): Ähnlich harzhaltig wie Kiefer. Für Außenbereiche und Terrassen geeignet, nicht für den Innenausbau.
Eiche: Hohe Dichte und Wärmeleitfähigkeit können dazu führen, dass Oberflächen zu heiß werden. Gerbstoffe hinterlassen bei Feuchtigkeit auf der Haut Flecken. Für Saunabänke nicht geeignet.
Buche: Ähnliche Einschränkungen wie Eiche; neigt außerdem stark zur Rissbildung bei Feuchtigkeitswechseln.
Robinie: Sehr hartes, dauerhaftes Holz mit natürlicher Feuchtigkeitsresistenz. Für Außenanwendungen gut geeignet, für Saunabänke wegen der hohen Dichte weniger.
Teak: Wasserresistent und langlebig. Für Außenbereiche eine solide Wahl, wenn die Herkunft per FSC-Zertifikat belegt ist. Im Innenbereich teurer als nötig.
Douglasie: Wetterfestes Nadelholz für Außenfassaden. Für den Innenausbau nicht empfohlen.