Ratgeber / pflege / Ratgeber

Pflege · 5 Min Lesezeit

Saunieren und Hautpflege: Was die Hitze bewirkt

Wie Saunagänge die Haut beeinflussen, welche Routine sinnvoll ist und welche Fehler Sie vermeiden sollten – ein sachlicher Überblick.

Frau trägt nach dem Saunieren Körperlotion auf die Haut auf

Was die Sauna mit Ihrer Haut macht

Beim Saunieren steigt die Hauttemperatur spürbar an, die Durchblutung nimmt zu, und der Körper beginnt zu schwitzen. Diese drei Prozesse wirken sich direkt auf die Haut aus.

Schwitzen: Der Schweiß transportiert Salze und Stoffwechselprodukte an die Hautoberfläche. Eine systemische Entgiftung durch Schwitzen ist physiologisch nicht belegt – Leber und Nieren übernehmen diese Aufgabe. Der praktische Effekt beschränkt sich auf eine oberflächliche Reinigung der Poren.

Durchblutung: Die erhöhte Hautdurchblutung verbessert die Nährstoffversorgung der Hautzellen. Dieser Effekt ist gut dokumentiert und trägt wahrscheinlich zu dem frischeren Hautbild bei, das viele nach dem Saunieren berichten.

Hautbarriere: Regelmäßiges Saunieren soll die Barrierefunktion stärken, indem die Talgdrüsen angeregt werden. Für Menschen mit sehr trockener Haut gilt: Ohne ausreichende Nachpflege kann die Hitze die Haut eher austrocknen als befeuchten.

Die richtige Saunaroutine

Vorbereitung

Reinigen Sie die Haut vor dem Saunagang von Make-up und Sonnenschutz. Beide Substanzen können bei Hitze tiefer in die Poren eindringen oder Reizungen verursachen. Ein sanftes Peeling – sinnvoll zwei- bis dreimal pro Woche, aber nicht unmittelbar vor dem Saunagang – entfernt abgestorbene Hornzellen und verbessert die Aufnahmefähigkeit für Pflegeprodukte danach.

Temperatur und Dauer

Für Einsteiger und Menschen mit empfindlicher Haut empfiehlt sich eine Saunatemperatur von 60–70 °C, für erfahrenere Sauna-Gäste sind 80–90 °C üblich. Die Aufenthaltsdauer sollte 15 Minuten nicht überschreiten. Mehrere kurze Gänge belasten die Haut weniger als ein einzelner langer.

Nach dem Saunagang

Duschen Sie nach dem Abkühlen mit lauwarmem oder kühlem Wasser ab, um Schweiß und Salze zu entfernen. Die Haut ist in diesem Moment besonders aufnahmefähig – tragen Sie innerhalb weniger Minuten eine feuchtigkeitsspendende Pflege auf. Leichte Lotionen auf Wasserbasis eignen sich für fettige und Mischhaut, reichhaltigere Cremes oder Körperöle für trockene Haut.

Saunieren bei Hautproblemen

Akne

Die Wärme öffnet die Poren und kann oberflächliche Unreinheiten lösen. Bei leichter, nicht-entzündlicher Akne kann das sinnvoll sein. Bei stark entzündlicher Akne oder Rosacea ist Zurückhaltung geboten, da Hitze bestehende Entzündungen verstärken kann. Verwenden Sie nach dem Saunieren keine komedogenen Produkte.

Empfindliche Haut

Starten Sie mit niedrigeren Temperaturen (60–65 °C) und kurzen Aufenthalten von 5 bis 8 Minuten. Rötungen, die nach 30 Minuten nicht abklingen, oder ein Brennen auf der Haut sind Zeichen, dass Temperatur oder Dauer reduziert werden sollten.

Trockene Haut

Trockene Haut profitiert von der Sauna, wenn die Nachpflege nicht vernachlässigt wird. Tragen Sie direkt nach dem Abkühlen ein Körperöl auf noch leicht feuchte Haut auf – das hilft, die Feuchtigkeit zu binden. Natürliche Trägeröle wie Mandelöl eignen sich dafür gut.

Häufige Fehler

Zu lange Aufenthalte: Saunagänge über 20 Minuten trocknen die Haut aus und können zu Reizungen führen. Mehrere kürzere Gänge sind hautschonender.

Zu wenig trinken: Der Körper verliert beim Schwitzen Flüssigkeit. Trinken Sie vor dem Saunieren mindestens ein Glas Wasser und nehmen Sie in den Pausen zwischen den Gängen weitere 200–300 ml zu sich – Wasser oder ungesüßter Kräutertee.

Falsche Pflegeprodukte: Produkte mit Alkohol, synthetischen Duftstoffen oder starken Säuren können auf erhitzter Haut reizen. Wählen Sie nach dem Saunieren milde, parfümfreie Formulierungen. Während des Saunagangs selbst gehören keine Pflegeprodukte direkt auf die Haut.

Natürliche Produkte als Ergänzung

Ätherische Öle auf dem Aufguss

Lavendel-, Eukalyptus- und Zirbenöl werden verdünnt auf den Aufguss gegeben. Sie verbessern das Raumklima, haben aber keinen direkten Pflegeeffekt auf die Haut. Reine ätherische Öle unverdünnt auf der Haut bei Saunahitze zu verwenden ist nicht empfehlenswert.

Peelings und Masken

Ein Zuckerpeeling mit Olivenöl oder eine Honigmaske lassen sich in der Abkühlphase zwischen den Saunagängen anwenden. Sie unterstützen die Zellerneuerung und die Feuchtigkeitsaufnahme. Spülen Sie alle Aufträge vor dem nächsten Saunagang vollständig ab.

Nachpflege

Kokosöl, Mandelöl oder Sheabutter sind einfache, wirksame Optionen. Wer Fertigprodukte bevorzugt, achtet auf kurze Inhaltsstofflisten ohne Alkohol und synthetische Konservierungsstoffe.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man saunieren, um die Haut zu verbessern? +

Ein- bis zweimal pro Woche reicht für die meisten Hauttypen aus. Häufigeres Saunieren ohne ausreichende Nachpflege kann die Haut eher austrocknen.

Wie lange sollte ein Saunagang dauern? +

8 bis 15 Minuten gelten als üblicher Richtwert. Wer empfindliche Haut hat, beginnt besser mit 5 bis 8 Minuten und beobachtet die Hautreaktion.

Kann Saunieren bei Akne helfen? +

Die Wärme öffnet die Poren und kann die oberflächliche Reinigung unterstützen. Bei stark entzündlicher Akne ist Vorsicht geboten, da Hitze bestehende Entzündungen verstärken kann.

Welche Öle eignen sich für die Sauna? +

Ätherische Öle wie Lavendel oder Eukalyptus werden verdünnt auf den Aufguss gegeben, nicht direkt auf die Haut. Zur Nachpflege eignen sich Trägeröle wie Mandel- oder Kokosöl.

Ist kaltes Abduschen nach der Sauna gut für die Haut? +

Kaltes Wasser verengt die Poren und fördert die Durchblutung. Wer empfindliche Haut hat, kann mit lauwarmem Wasser beginnen und die Temperatur schrittweise senken.