Vergleich · Saunaholz
Saunaholz im Vergleich: Espe, Abachi, Fichte und Co.
Espe, Abachi, Fichte oder Rotzeder – welche Holzart für Bänke und Wandausbau wirklich taugt: Eigenschaften, Preise und Pflege im direkten Vergleich.
Unser Ranking
Espe
Laubholz, Mitteleuropa
- + harztfrei
- + kühlt schnell ab
- + hautverträglich
- − geringere Feuchtigkeitsresistenz als Nadelhölzer
- − mittlere Standzeit
ab 25 €/m²
Abachi
Laubholz, Westafrika
- + sehr leicht
- + harztfrei
- + geringe Wärmeaufnahme
- − Importholz
- − nicht aus heimischer Forstwirtschaft
ab 30 €/m²
Linde
Laubholz, Mitteleuropa
- + kein Eigengeruch
- + keine Splitterbildung
- + gleichmäßige Maserung
- − geringere Festigkeit als Espe
- − dunkelt bei Dauerfeuchte nach
ab 20 €/m²
Fichte
Nadelholz, Europa
- + günstig
- + leicht verfügbar
- + einfach zu verarbeiten
- − Harzaustritt bei Hitze möglich
- − für Sitzflächen nur bedingt geeignet
ab 12 €/m²
Rotzeder
Nadelholz, Nordamerika
- + natürlicher Duft
- + hohe Feuchtigkeitsresistenz
- + langlebig
- − hoher Preis
- − Importholz mit langen Lieferwegen
ab 45 €/m²
Die Holzart legt fest, wie heiß sich Bänke anfühlen, ob Harz bei Betriebstemperatur austritt, wie viel Pflege das Holz braucht und wie lange es hält. Dabei unterscheiden sich die gängigen Saunahölzer in einigen Punkten deutlich.
Worauf es bei der Holzwahl ankommt
Harzgehalt ist das wichtigste Ausschlusskriterium für Sitzflächen. Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer oder Lärche enthalten Harz, das bei Temperaturen über 80 °C austreten kann. Das verursacht Flecken auf Haut und Kleidung und ist nur schwer zu entfernen. Für Wand- und Deckenverkleidungen ist ein gewisser Harzgehalt weniger problematisch.
Wärmespeicherung hängt von der Rohdichte ab. Leichte Hölzer mit geringer Dichte nehmen weniger Wärme auf und kühlen nach dem Saunieren schneller ab. Schwere Harthölzer wie Eiche oder Teak werden auf Sitzflächen unangenehm heiß.
Feuchtigkeitsresistenz variiert stark. Hölzer mit natürlichen Ölen oder dichter Struktur widerstehen Schimmel und Verformung besser. Ohne ausreichende Belüftung kann auch widerstandsfähiges Holz langfristig Schaden nehmen.
Hautverträglichkeit ist bei Bänken und Rückenlehnen relevant. Splitterneigung oder enthaltene Gerbstoffe können bei empfindlicher Haut Probleme verursachen.
Die meistgenutzten Holzarten im Detail
Espe
Espe (Populus tremula) ist harztfrei und hat eine geringe Rohdichte, weshalb sich Bänke aus Espe weniger stark aufheizen als Nadelhölzer. Die Holzart verursacht kaum Allergien und eignet sich für Bänke, Rückenlehnen und Wandverkleidungen gleichermaßen. Die helle, gleichmäßige Oberfläche verändert sich durch Hitze und Dampf über die Jahre in ein warmes Graubeige. Schimmelbildung lässt sich durch konsequentes Lüften nach der Nutzung zuverlässig verhindern.
Abachi
Abachi (Triplochiton scleroxylon) aus Westafrika gehört zu den leichtesten verfügbaren Saunahölzern. Die geringe Rohdichte bedeutet niedrige Wärmeaufnahme – ein klarer Vorteil bei direktem Hautkontakt auf Bänken. Das Holz ist harztfrei und quillt bei Feuchtigkeitsaufnahme wenig. Abachi wird häufig in Saunen eingesetzt, die auf besonders angenehme Sitzflächen ausgelegt sind. Als Importholz ist es nicht aus heimischer Forstwirtschaft erhältlich, was bei nachhaltiger Beschaffung berücksichtigt werden sollte.
Linde
Linde (Tilia) hat wenig Eigengeruch, neigt kaum zur Splitterbildung und liegt sehr angenehm auf der Haut. Sie wird oft in Saunen gewählt, die auch von Kindern genutzt werden. Im Vergleich zu Espe ist Linde etwas weniger robust: Bei dauerhafter Feuchtigkeitsbelastung ohne ausreichende Belüftung können sich Dunkelverfärbungen bilden.
Fichte
Fichte (Picea abies) ist das verbreitetste Saunaholz in Deutschland, was vor allem am günstigen Preis und der guten Verfügbarkeit liegt. Für Wandverkleidungen und Decken funktioniert sie problemlos. Auf Sitzflächen ist Vorsicht geboten: Harztaschen können bei Saunatemperaturen aufgehen und flüssiges Harz freilegen. Wer aus Kostengründen auf Fichte setzt, sollte die Bänke zumindest aus einem harzfreien Holz anfertigen oder anfertigen lassen.
Rotzeder
Rotzeder (Thuja plicata) hat unter den gängigen Saunahölzern die ausgeprägteste natürliche Feuchtigkeitsresistenz. Enthaltene natürliche Öle hemmen Schimmel und Fäulnis. Der aromatische Duft des Holzes verstärkt sich beim Aufheizen. Rotzeder ist langlebiger als Espe oder Linde, kostet jedoch deutlich mehr und kommt als Importholz aus Nordamerika.
Weitere Holzarten in der Übersicht
Neben den fünf Haupthölzern finden folgende Arten gelegentlich Verwendung im Saunabau:
| Holzart | Eigenschaften | Eignung |
|---|---|---|
| Kiefer | harzhaltig, günstig | Wände, Decken – nicht Bänke |
| Hemlocktanne | harzarm, milder Duft | Wände, Bänke |
| Sibirische Tanne | feuchtigkeitsresistent, hell | Wände, Bänke |
| Europäische Weißtanne | harzarm, leicht | Wände, Decken |
| Zeder | duftintensiv, resistent | Wände, Bänke |
| Douglasie | rötlich, mäßig harzig | Wände |
| Birke | hell, harztfrei | Wände, Bänke |
| Ahorn | hell, robust | Wände, Bänke |
| Pappel | sehr leicht, hell, wenig haltbar | Wände mit regelmäßiger Pflege |
| Kirsche | rötlich, leicht süßlicher Duft | Akzente |
| Mahagoni | langlebig, angenehmer Duft | Wände |
| Robinie | sehr hart, schimmelresistent | Böden, Außenbereich |
| Eiche | hart, langlebig, schwer | Böden – nicht Bänke |
| Akazie | sehr hart, feuchtigkeitsresistent | Böden |
| Lärche | harzig, wasserabweisend | Außenverkleidung |
| Nussbaum | dunkel, langlebig, teuer | Akzente, Böden |
| Zypressenholz | wasserabweisend, duftend | Wände |
| Teak | feuchtigkeitsbeständig, schwer | Böden, Außenbereich |
| Ipe | extrem hart, sehr langlebig | Böden, Außenbereich |
Harthölzer wie Eiche, Robinie, Teak und Ipe heizen sich auf Sitzflächen stark auf und sind für Bänke nicht geeignet. Sie kommen eher für Böden oder Außenbereiche infrage.
Pflege
Das Wichtigste ist konsequentes Lüften nach jeder Nutzung. Feuchtigkeit, die im Holz verbleibt, führt langfristig zu Verfärbungen und begünstigt Schimmelwachstum – unabhängig von der Holzart.
Für die Reinigung der Bänke reicht ein feuchtes Tuch. Scheuermittel, Stahlbürsten oder Lösungsmittel schädigen die Holzoberfläche und sollten nicht eingesetzt werden. Milde Seifenlösung ist bei hartnäckigen Verschmutzungen ausreichend.
Holzöl kann die Standzeit verlängern, wenn es ausdrücklich für Saunen zugelassen ist. Achten Sie auf die Produktdeklaration: Herkömmliche Möbel- oder Terrassenöle sind für den Innenbereich mit Hitze und Dampf nicht geeignet und können beim Aufheizen Dämpfe entwickeln.