Einsteiger · 4 Min Lesezeit
Hautpflege in der Sauna – Tipps für Anfänger
Welche Hautpflege vor und nach dem Saunagang sinnvoll ist, welche Produkte sich eignen und wie Anfänger typische Fehler beim Saunieren vermeiden.
Die Sauna beansprucht die Haut stärker, als es zunächst scheint: Wärme öffnet die Poren, Schweiß löst Schmutz und abgestorbene Zellen, die anschließende Kälte schließt die Gefäße wieder. Dieser Kreislauf kann die Haut verbessern – er kann sie aber auch austrocknen, wenn Vorbereitung und Nachpflege fehlen.
Vorbereitung: Was vor dem ersten Gang zählt
Duschen Sie vor dem Saunagang ohne Pflegeprodukte. Das entfernt Schweiß, Schmutz und Kosmetika, ohne die Haut zusätzlich zu entfetten. Shampoo und Duschgel sind in diesem Moment nicht notwendig.
Make-up, Feuchtigkeitscremes, Sonnenschutzmittel und parfümierte Körperprodukte gehören vollständig abgewaschen. In der Hitze können Inhaltsstoffe in geöffnete Poren eindringen; in einer gemeinsam genutzten Kabine belasten Duftstoffe die anderen Gäste.
Trinken Sie im Vorfeld ausreichend – etwa ein halber Liter Wasser in den 60 Minuten vor dem Saunabesuch. Kleine Snacks wie eine Banane oder ein Joghurt 1 bis 2 Stunden vorher sind verträglich; eine schwere Mahlzeit unmittelbar vor dem Saunieren belastet den Kreislauf und kann Übelkeit auslösen.
Ein sanftes Körperpeeling am Abend vor dem Saunabesuch – nicht direkt davor – entfernt abgestorbene Hautzellen vorab, sodass die Wärme besser auf die darunter liegende Hautschicht wirken kann.
Der erste Saunagang: Temperatur, Dauer, Position
Einsteiger wählen die untere Bank. In einer finnischen Sauna mit 80–100 °C oben sinkt die Temperatur auf den unteren Bänken auf etwa 60–70 °C. Wer es noch moderater bevorzugt, wählt eine Biosauna (45–60 °C, 45–55 % Luftfeuchtigkeit) oder ein Dampfbad (40–50 °C, nahezu 100 % Luftfeuchtigkeit). Beide Varianten sind für Einsteiger und kreislaufsensible Personen besser geeignet als die klassische finnische Sauna.
Legen Sie sich möglichst flach hin. Im Liegen befindet sich der gesamte Körper in derselben Temperaturzone, was den Kreislauf gleichmäßiger belastet als das Sitzen, bei dem Kopf und Füße deutlich unterschiedliche Temperaturen abbekommen.
8 bis 15 Minuten sind für Anfänger ein realistischer Richtwert. Verlassen Sie die Sauna, sobald sich Schwindel, starkes Herzrasen oder Übelkeit einstellt – unabhängig davon, wie lange Sie bereits drinnen sind. Setzen Sie sich vor dem Aufstehen kurz auf und warten Sie einige Sekunden, bevor Sie die Kabine verlassen. Das gibt dem Kreislauf Zeit, sich an den Temperaturwechsel anzupassen und vermeidet Schwindel beim Aufstehen.
Abkühlung und Ruhephase
Die Abkühlung ist kein optionaler Schritt. Beginnen Sie mit Armen und Beinen, bevor Sie Rumpf und Gesicht unter kaltes Wasser halten. Wer direkt ins Tauchbecken steigt, sollte vor dem Eintauchen ausatmen. Kaltes Wasser oder das Tauchbecken regen die Durchblutung an und schließen die zuvor geöffneten Poren.
Danach folgen frische Luft und eine Ruhephase von mindestens 15 Minuten, bevor der nächste Gang beginnt. In dieser Zeit normalisiert sich die Körpertemperatur und der Kreislauf stabilisiert sich.
Trinken Sie in der Pause: Wasser und ungesüßte Kräutertees gleichen den Flüssigkeitsverlust aus. Alkohol vor oder zwischen den Gängen erhöht das Risiko von Kreislaufproblemen; mineralstoffhaltige Getränke sind eine sinnvolle Ergänzung zu Wasser, wenn Sie viel schwitzen.
Ein warmes Fußbad in der Ruhephase hilft, wenn Sie zu schneller Auskühlung neigen: Es wärmt von unten, ohne den Kernkörper zusätzlich zu belasten.
Hautpflege: Vor, während und nach dem Saunagang
Die Sauna wirkt auf die Haut über drei direkte Mechanismen: Schweiß löst Schmutz und abgestorbene Hautzellen, die erweiterten Gefäße verbessern die Hautdurchblutung, und der Wechsel zwischen Hitze und Kälte trainiert die Hautgefäße. Diese Effekte setzen aber voraus, dass die Haut richtig vor- und nachbereitet wird.
Vor dem Saunagang
Reinigen Sie die Haut gründlich, aber verzichten Sie danach auf Cremes und Öle. Fettige Substanzen behindern das Schwitzen und können in der Hitze die Poren verstopfen.
Während des Saunagangs
Keine Pflegeprodukte auf der Haut. Honigmasken, Körperbutter oder Öle, wie sie gelegentlich empfohlen werden, sind in öffentlichen Saunen unhygienisch und in privaten Kabinen nur bei niedrigen Temperaturen sinnvoll – nicht bei 90 °C.
Nach dem letzten Gang
Trocknen Sie die Haut durch Abtupfen, nicht durch Reiben. Reiben beschädigt den dünnen Fettfilm, den die Haut nach dem Schwitzen aufbaut. Warten Sie, bis Rötung und Hautwärme weitgehend abgeklungen sind, dann tragen Sie eine leichte, parfümfreie Feuchtigkeitscreme auf. Produkte mit Glycerin, Hyaluronsäure oder Aloe vera sind hautverträglich und für die meisten Hauttypen ausreichend. Wer zu trockener Haut neigt, kann an besonders beanspruchten Stellen wie Unterschenkeln oder Ellbogen eine reichhaltigere Pflege ergänzen.
Schwere Körperöle oder sehr fettige Cremes unmittelbar nach dem Saunagang sind weniger geeignet: Die Poren schließen sich zwar durch die Abkühlung, aber die Haut nimmt leichte Feuchtigkeit zu diesem Zeitpunkt besser auf als dichte Fettsubstanzen.