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Einsteiger · 5 Min Lesezeit

Saunieren für Anfänger: So gelingt der erste Besuch

Wie lange, wie heiß und wie kühlt man ab: Dieser Ratgeber erklärt Einsteigern, was beim ersten Saunabesuch wirklich wichtig ist.

Person entspannt auf der unteren Bank einer Holzsauna

Der erste Saunagang: Einstieg ohne Überforderung

Beginnen Sie auf der unteren Bank. Dort liegen die Temperaturen in einer finnischen Sauna bei etwa 60 °C, während es oben 90 °C und mehr sein können, weil heiße Luft aufsteigt. Für den Einstieg sind 8 bis 10 Minuten ausreichend. Verlassen Sie die Sauna früher, wenn Sie sich schwindelig oder unwohl fühlen – das ist eine sinnvolle Reaktion, kein Scheitern.

Temperatur und Haltung

Für Einsteiger empfehlen sich Temperaturen zwischen 60 und 70 °C. Die Körperhaltung beeinflusst, wie intensiv die Hitze wahrgenommen wird: Wer liegt und die Beine auf Rumpfhöhe hat, entlastet den Kreislauf. Wer sitzt, spürt einen größeren Temperaturunterschied zwischen Kopf und Füßen. Lassen Sie die Beine nicht herabhängen – das erhöht den Kreislaufdruck.

Häufigkeit am Anfang

Einmal pro Woche ist ein sinnvoller Rhythmus in den ersten Wochen. Der Körper braucht Zeit, sich an die thermische Belastung zu gewöhnen. Mehrere Gänge täglich, wie sie erfahrene Saunabesucher kennen, sind für Einsteiger in dieser Phase nicht das Ziel.


Vorbereitung: Was vor dem Besuch zählt

Essen und Trinken

Essen Sie etwa eine Stunde vor dem Saunagang eine leichte Mahlzeit – Joghurt, Obst oder ein kleines Brot eignen sich. Ein voller Magen ebenso wie ein nüchterner Bauch belasten den Kreislauf stärker. Trinken Sie vorher 0,5 bis 1 L Wasser; durch das Schwitzen verliert der Körper erheblich Flüssigkeit.

Hygiene und Packliste

Duschen Sie vor dem ersten Saunagang – es gehört zur Etikette und entfernt Kosmetika, die das Schwitzen behindern. Trocknen Sie sich danach ab, damit die Haut direkt beginnt zu schwitzen.

Mitbringen sollten Sie:

  • zwei Handtücher (eines zum Drauflegen, eines zum Abtrocknen)
  • Badelatschen für den Nassbereich
  • eine Wasserflasche
  • optional: Bademantel für die Ruhephasen

In der Sauna: Verhalten und Atmung

Etikette

Legen Sie immer ein Handtuch unter sich – auf der Bank und beim Liegen. Es schützt das Holz und ist in deutschen Saunaanlagen Standard. Schließen Sie die Saunatür zügig, um Wärmeverlust zu vermeiden. Laute Gespräche, Mobiltelefone und Essen gehören nicht in die Sauna.

Atemtechnik

Atmen Sie durch die Nase ein und langsam durch den Mund aus. Flaches, hektisches Atmen erhöht die gefühlte Belastung. Ein ruhiger Atemrhythmus hilft dem Körper, mit der Hitze besser umzugehen.

Aufguss

Beim Aufguss wird Wasser – oft mit ätherischen Ölen versetzt – auf die heißen Saunasteine gegossen. Der entstehende Dampf erhöht die Luftfeuchtigkeit und intensiviert das Schwitzen. Einsteiger bleiben beim Aufguss auf der unteren Bank und verlassen die Sauna, wenn die Hitze zu stark wird. Ein Aufguss pro Gang ist ausreichend.


Abkühlen und Ruhephase

Abkühlung Schritt für Schritt

Gehen Sie nach dem Saunagang zunächst zwei bis drei Minuten an die frische Luft. Dann kalt abduschen – beginnen Sie an den Füßen und arbeiten Sie sich langsam zum Oberkörper vor. Das vermeidet einen abrupten Kreislaufreiz. Ein Kaltwasserplunge ist optional: Nutzen Sie ihn nur, wenn der Kreislauf stabil ist und Sie sich sicher fühlen.

Direkt nach dem Saunagang ins kalte Wasser zu springen ist kein Zeichen von Ausdauer – es ist ein unnötig starker Reiz, der den Kreislauf kurzzeitig erheblich belastet.

Ruhephase

Nach dem Abkühlen braucht der Körper mindestens 15 bis 20 Minuten Ruhe, bevor ein weiterer Gang sinnvoll ist. Legen Sie sich hin, möglichst mit leicht erhöhten Beinen. Die Ruhephase ist kein optionaler Bonus: Der Kreislauf stabilisiert sich, die Muskulatur entspannt sich nach der thermischen Belastung.

Trinken Sie in der Pause Wasser oder ungesüßten Kräutertee. Alkohol beschleunigt den Flüssigkeitsverlust und beeinträchtigt die Kreislaufregulation.


Saunatypen im Überblick

TypTemperaturLuftfeuchtigkeitEignung für Einsteiger
Finnische Sauna80–100 °C10–20 %eher nach Gewöhnung
Bio-Sauna50–65 °C40–55 %gut geeignet
Dampfbad40–50 °C~100 %schonend, gut für Atemwege
Infrarotsauna40–60 °Cgeringgeringer Kreislaufreiz

Wer empfindlich auf Hitze reagiert oder einen niedrigen Blutdruck hat, fängt mit einer Bio-Sauna oder einem Dampfbad an. Die klassische finnische Sauna ist nach einigen Wochen Gewöhnung für die meisten gut verträglich. Probieren Sie verschiedene Typen aus – die optimale Wahl hängt von individueller Verträglichkeit ab, nicht von pauschalen Empfehlungen.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Saunagang für Anfänger dauern? +

8 bis 10 Minuten sind ein realistischer Einstieg. Mit wachsender Gewöhnung lässt sich die Dauer schrittweise auf 12 bis 15 Minuten steigern.

Welche Sauna eignet sich für Einsteiger am besten? +

Bio-Saunen mit 50 bis 65 °C und höherer Luftfeuchtigkeit belasten den Kreislauf weniger als die klassische finnische Sauna mit 80 bis 100 °C.

Was sollte man vor dem Saunagang essen? +

Eine leichte Mahlzeit etwa eine Stunde vorher ist sinnvoll – Joghurt oder Obst zum Beispiel. Auf nüchternen Magen oder nach einem schweren Essen ist der Kreislauf stärker belastet.

Wie kühlt man sich nach der Sauna richtig ab? +

Zunächst kurz an die frische Luft, dann kalt abduschen – von den Füßen aufwärts. Ein Kaltwasserplunge ist optional und nur bei stabilem Kreislauf sinnvoll.

Wie oft sollte man als Anfänger in die Sauna gehen? +

Einmal pro Woche reicht, um die Wirkung zu spüren und den Körper an die Belastung zu gewöhnen.