Einsteiger · 4 Min Lesezeit
Saunieren im Winter: Was Sie wissen sollten
Vorbereitung, Gesundheitshinweise und Saunaarten im Überblick – damit der Winterbesuch keine unerwarteten Risiken birgt.
Saunieren im Winter folgt denselben Grundregeln wie zu jeder anderen Jahreszeit – einige Aspekte verdienen im Winter aber mehr Aufmerksamkeit: die Abkühlung in der Kälte, der Umgang mit Erkältungssymptomen und die Wahl der passenden Saunaart.
Was Saunieren im Winter bewirkt
Die erhöhte Körpertemperatur in der Sauna aktiviert das Immunsystem: Das Blut zirkuliert schneller, Abwehrzellen werden mobilisiert. Ob regelmäßige Saunagänge Erkältungen zuverlässig vorbeugen, ist wissenschaftlich nicht abschließend belegt – die vorliegende Datenlage deutet aber auf positive Effekte hin.
Die Wärme erweitert die Blutgefäße und verbessert die periphere Durchblutung. Für Menschen mit Kreislaufschwäche oder unkontrolliertem Bluthochdruck ist das gleichzeitig eine Belastung – im Zweifel lohnt eine kurze Rücksprache mit dem Arzt.
Hinzu kommt der psychische Effekt: Stilles Sitzen in warmer Umgebung, abgeschirmt vom Alltag, wirkt sich für viele Menschen messbar stressreduzierend aus.
Vorbereitung und Ablauf
Ein Saunabesuch braucht keine aufwändige Vorbereitung, aber ein paar Dinge sollten nicht fehlen: ein Handtuch zum Sitzen und Abtrocknen, Badeschuhe für den Nassbereich sowie ausreichend Wasser oder Kräutertee. Schwere Mahlzeiten direkt vor dem Gang sind ungünstig; leichte Kost oder Obst einige Stunden vorher ist unproblematisch.
Dauer und Abkühlung
Ein einzelner Gang dauert typischerweise 8 bis 15 Minuten. Pro Besuch sind zwei bis drei Gänge üblich, mit einer Abkühlpause dazwischen. Das Abkühlen gehört dazu – nicht nur aus Wohlbefinden, sondern weil es den Kreislaufeffekt erst vollständig macht. Im Winter reicht meist ein kurzer Aufenthalt an der Außenluft oder eine kühle Dusche. Wer länger draußen bleibt, sollte auf Unterkühlung achten und danach Wärme suchen.
Nach dem letzten Gang empfiehlt sich eine rückfettende Körpercreme: Schwitzen trocknet die Haut aus, und kalte Winterluft verstärkt diesen Effekt.
Gesundheitliche Hinweise
Erkältung und Fieber
Bei Fieber gehört die Sauna nicht dazu. Der Körper befindet sich bereits unter Belastung; zusätzliche Hitze kann den Zustand verschlechtern. Bei einem leichten Schnupfen ohne Allgemeinsymptome ist ein kurzer Gang vertretbar – die warme Luft kann die Atemwege vorübergehend öffnen. Im Zweifelsfall lieber weglassen.
Kreislauf und Blutdruck
Beim Betreten und Verlassen der Sauna wechselt der Körper abrupt zwischen Hitze und Kälte. Für Menschen mit Herzerkrankungen oder schlecht eingestelltem Bluthochdruck birgt das ein erhöhtes Risiko. Wer unsicher ist, klärt das mit dem Arzt ab, bevor er anfängt, regelmäßig zu saunieren.
Saunaarten im Überblick
Die drei verbreitetsten Typen unterscheiden sich vor allem in Temperatur und Luftfeuchtigkeit:
| Typ | Temperatur | Luftfeuchtigkeit | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Finnische Sauna | 80–100 °C | niedrig (10–20 %) | Intensives Schwitzen, Geübte |
| Infrarotsauna | 40–60 °C | niedrig | Einsteiger, wärmeempfindliche Personen |
| Dampfbad | 40–50 °C | hoch (~100 %) | Atemwege, sanfte Wärme |
Die finnische Sauna ist die verbreitetste Form und erzeugt schnell starkes Schwitzen. Die Infrarotsauna arbeitet mit Wärmestrahlung, die direkt auf die Haut wirkt, und belastet den Kreislauf weniger stark. Das Dampfbad eignet sich gut bei trockener Winterluft, da die hohe Luftfeuchtigkeit die Schleimhäute schont.
Wer die Sauna vorrangig nach dem Sport nutzt, profitiert von der besseren Durchblutung und Muskelentspannung – unabhängig vom Saunatyp. Wichtig ist dabei, ausreichend abzukühlen, bevor man die Sauna wieder aufsucht, und den Flüssigkeitsverlust zu ersetzen.