Einsteiger · 6 Min Lesezeit
Sauna und Kreislauf: Tipps für Anfänger
Wie Saunawärme Blutdruck und Durchblutung beeinflusst, wer besonders vorsichtig sein sollte und was Anfänger beim ersten Saunagang beachten müssen.
Saunawärme belastet den Kreislauf vorübergehend – ähnlich wie moderates Ausdauertraining. Wer gesund ist und langsam einsteigt, profitiert davon. Wer Vorerkrankungen hat, sollte sich vor dem ersten Besuch ärztlich beraten lassen.
Wirkung auf Herz-Kreislauf und Blutdruck
Durchblutung, Herzfrequenz und Gefäßtraining
In der Sauna weiten sich die Blutgefäße durch die Hitze, die Herzfrequenz steigt auf Werte, die mit lockerem Gehen vergleichbar sind. Der Körper transportiert mehr Blut in die Haut, um Wärme abzugeben. Nach der Abkühlung ziehen sich die Gefäße wieder zusammen – dieser Wechsel trainiert die Gefäßwände und kann ihre Elastizität langfristig verbessern.
Beobachtungsstudien aus Finnland weisen darauf hin, dass Menschen, die mehrmals wöchentlich saunieren, seltener kardiovaskuläre Ereignisse erleiden. Diese Daten lassen sich allerdings kaum von anderen Lebensstilfaktoren trennen und rechtfertigen keine medizinischen Versprechen.
Blutdruck: Kurzfristige und langfristige Effekte
Während des Saunagangs kann der Blutdruck leicht ansteigen, danach sinkt er häufig unter den Ausgangswert. Bei regelmäßigem Saunieren beobachten manche Menschen eine moderate Senkung des Ruheblutdrucks. Dieser Effekt ist individuell verschieden und kein Ersatz für medikamentöse Behandlung.
Menschen mit niedrigem Blutdruck sollten nach dem Saunagang langsam aufstehen. Schwindel beim Aufstehen ist ein typisches Warnsignal – in diesem Fall hinsetzen, kurz warten, dann aufstehen.
Einstieg für Anfänger
Dauer, Temperatur und Abkühlung
Einsteiger starten am besten in einer Biosauna mit 60 °C bis 70 °C, nicht in einer finnischen Sauna mit 90 °C oder mehr. Erste Gänge sollten 8 bis 10 Minuten dauern. Die unteren Bänke sind kühler als die oberen – ein sinnvoller Platz für den Anfang.
Die Abkühlung danach ist kein optionaler Schritt: Frische Luft, eine lauwarme Dusche oder ein kurzes Tauchbad schließen den Kreislaufreiz ab. Kurz sitzen bleiben, dann langsam aufstehen – wer sofort aufsteht und losläuft, riskiert Schwindel.
Flüssigkeit und Vorbereitung
Vor dem Saunagang mindestens ein bis zwei Gläser Wasser trinken. Während der Ruhepausen zwischen den Gängen wieder trinken – Wasser oder ungesüßter Tee genügen; Sportgetränke sind bei normalen Saunabesuchen nicht notwendig.
Eine schwere Mahlzeit kurz vor dem Saunagang belastet den Kreislauf. Besser: leicht essen, zwei bis drei Stunden vorher. Alkohol vor oder während der Sauna gehört zu den vermeidbaren Risiken: Er erweitert die Gefäße zusätzlich und kann in Kombination mit Saunawärme Kreislaufprobleme bis zur Ohnmacht verursachen.
Wer besonders vorsichtig sein sollte
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Menschen mit bekannten Herzerkrankungen – Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen – sollten die Sauna nicht ohne ärztliche Freigabe nutzen. Das gilt auch nach Herzoperationen: Hier ist eine Rücksprache zwingend, bevor die Sauna wieder besucht wird.
Bei akuten Kreislaufproblemen, Fieber oder frischen Infekten ist die Sauna grundsätzlich ungeeignet.
Ältere Menschen, Schwangere und Kinder
Ältere Menschen reagieren langsamer auf Hitzebelastung und bemerken Überhitzung oft später. Kurze Gänge, niedrige Temperaturen und konsequente Pausen sind hier besonders wichtig. Abrupte Kaltabkühlungen sollten vermieden werden.
Schwangere sollten vor dem ersten Saunabesuch während der Schwangerschaft ihren Arzt fragen – besonders im ersten Trimester. Eine Körperkerntemperatur über 38,5 °C gilt als kritisch.
Kinder können ab etwa drei bis vier Jahren in milde Saunen mitgenommen werden, jedoch nur mit Aufsicht, kurzen Sitzzeiten von 5 bis 8 Minuten und Temperaturen um 60 °C.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Der häufigste Fehler ist zu langes Bleiben in der Sauna. Mehr als 15 Minuten pro Gang bringen keinen zusätzlichen Nutzen und erhöhen die Kreislaufbelastung. Kopfschmerzen oder Schwindel nach dem Saunagang sind meist ein Zeichen dafür, dass der Gang zu lang war oder zu wenig getrunken wurde.
Zweiter verbreiteter Fehler: direkt nach dem Saunagang in ein Eisbad springen. Für geübte Saunagänger ist das möglich, für Einsteiger und Personen mit Kreislaufproblemen nicht empfehlenswert. Frischluft und eine lauwarme Dusche sind für die meisten die sicherere Variante.
Dritter Fehler: die Sauna als Trainingsersatz betrachten. Der Kreislaufeffekt ist mit moderater körperlicher Belastung vergleichbar, Muskelkraft wird dabei jedoch nicht aufgebaut. Sauna ergänzt ein Training sinnvoll – etwa zur Regeneration nach dem Sport –, ersetzt es aber nicht.