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Aufguss & Rituale · 6 Min Lesezeit

Saunaduft selbst mischen: Konzentrat, Wasser und was nicht hineingehört

Saunaduft selbst mischen: Wasser als Basis, ätherische Öle als Duftgeber, Emulgator, Dosierung, Lagerung und welche Zutaten nicht auf die heißen Steine gehören.

Statt ein fertiges Aufgusskonzentrat zu kaufen, mischen manche Saunagänger ihren Duft lieber selbst – aus ätherischen Ölen und Wasser, angepasst an die eigene Vorliebe. Das ist grundsätzlich unkompliziert, setzt aber ein paar Grundkenntnisse voraus, damit die Mischung weder die Steine noch die Atemwege unnötig belastet. Dieser Beitrag zeigt, woraus sich ein Aufguss selbst mischen lässt, in welchem Verhältnis, und was dabei besser draußen bleibt.

Warum überhaupt selbst mischen

Fertige Aufgusskonzentrate bieten Bequemlichkeit, aber wenig Spielraum für individuelle Duftkombinationen. Wer selbst mischt, kann Duftrichtungen exakt an den eigenen Geschmack anpassen, die Intensität selbst steuern und mit der Zeit ein Gespür dafür entwickeln, welche Kombinationen zu welcher Jahreszeit oder Stimmung passen. Der Aufwand ist überschaubar: Im Kern braucht es nur ein Trägermedium und ätherische Öle in überschaubarer Menge.

Ein weiterer Vorteil des Selbermischens ist die Kontrolle über die Zutatenliste: Wer genau weiß, was in der eigenen Mischung enthalten ist, kann gezielt auf bestimmte Duftstoffe verzichten, etwa wenn ein bestimmtes Öl in der Vergangenheit als unangenehm empfunden wurde. Bei fertigen Konzentraten ist die genaue Zusammensetzung nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich.

Die Basis: Wasser als Trägermedium

Der Grundstoff jeder selbst gemischten Aufgusslösung ist Wasser – im Idealfall kalkarmes oder gefiltertes Wasser, da hartes Leitungswasser über die Zeit zu stärkeren Kalkablagerungen auf den Saunasteinen führen kann. Das Wasser dient ausschließlich als Trägermedium für den eigentlichen Duftstoff und verdampft beim Aufguss auf den heißen Steinen.

Ätherische Öle als Duftgeber

Ätherische Öle sind die eigentliche Duftquelle in einer selbst gemischten Aufgusslösung. Sie lösen sich jedoch nicht vollständig in Wasser, sondern bilden ohne weitere Hilfsmittel Tröpfchen, die sich an der Wasseroberfläche absetzen. Vor dem Aufguss ist es deshalb sinnvoll, die Mischung noch einmal kurz umzurühren oder zu schütteln, damit sich das Öl möglichst gleichmäßig im Wasser verteilt, bevor es auf die Steine gegossen wird.

Emulgatoren: warum reines Öl allein nicht ausreicht

Weil sich Öl und Wasser nicht von selbst vermischen, verwenden viele fertige Aufgusskonzentrate einen Emulgator, der die Öltröpfchen feiner und gleichmäßiger im Wasser verteilt. Für die eigene Mischung lässt sich ersatzweise ein neutraler Alkohol wie hochprozentiger, unvergällter Trinkalkohol in kleiner Menge einsetzen, der das Öl besser im Wasser bindet als reines Schütteln allein. Wer ganz ohne Zusatzstoffe arbeiten möchte, muss entsprechend häufiger umrühren, damit sich das Öl nicht komplett absetzt.

Übliche Mischverhältnisse

Als grobe Orientierung gilt: Schon eine kleine Menge ätherisches Öl auf einen Liter Wasser reicht meist für eine spürbare, aber nicht überwältigende Duftnote. Wer eine intensivere Wirkung möchte, tastet sich am besten schrittweise heran, statt von Anfang an stark zu konzentrieren – ein zu intensiver Duft lässt sich nachträglich kaum noch abschwächen, sobald das Wasser bereits auf den Steinen verdampft ist. Die genaue Menge hängt außerdem vom verwendeten Öl ab, da manche Duftstoffe deutlich intensiver wahrgenommen werden als andere.

Für eine größere Menge, etwa wenn mehrere Aufgüsse hintereinander geplant sind, lässt sich das Verhältnis proportional hochrechnen. Wichtig ist dabei, die Mischung vor jedem einzelnen Aufguss erneut kurz umzurühren, da sich das Öl zwischenzeitlich wieder an der Oberfläche absetzt.

Beliebte Duftrichtungen für die Sauna

Zu den häufig verwendeten ätherischen Ölen für den Aufguss zählen Eukalyptus und Minze für eine frische, klare Note, Fichte, Kiefer oder Latschenkiefer für ein waldiges Aroma, sowie Lavendel für eine ruhigere, gedämpftere Atmosphäre. Zitrusöle wie Orange oder Bergamotte werden gerne für eine belebende Note am Morgen verwendet. Welche Kombination am besten passt, ist letztlich Geschmackssache und lässt sich am einfachsten durch Ausprobieren einzelner Öle herausfinden, bevor man sie mischt.

Mehrere Öle lassen sich außerdem miteinander kombinieren, etwa Eukalyptus mit einer Spur Minze für eine besonders klare Note, oder Fichte mit einem Hauch Zitrus für eine frischere Variante des klassischen Waldaromas. Beim Kombinieren empfiehlt es sich, mit sehr kleinen Mengen der jeweiligen Zusatzöle zu beginnen, da sich Duftnoten gegenseitig verstärken oder auch überdecken können.

Was nicht in den Aufguss gehört

Nicht jedes Öl oder jede Zutat eignet sich für den Aufguss. Reines, unverdünntes ätherisches Öl darf niemals direkt auf die heißen Steine gegeben werden – es kann sich entzünden und dichten, unangenehmen Rauch erzeugen, statt sich gleichmäßig zu verflüchtigen. Ebenso ungeeignet sind harz- oder wachshaltige Duftstoffe, die auf den Steinen Rückstände hinterlassen und diese auf Dauer verunreinigen können. Von synthetischen Duftölen, die nicht ausdrücklich für den Einsatz in der Sauna oder für Aufgüsse vorgesehen sind, ist ebenfalls abzuraten, da unklar sein kann, wie sie sich bei den hohen Temperaturen eines Saunaofens verhalten.

Auch stark zuckerhaltige oder klebrige Zusätze wie Sirup oder unverdünnter Honig gehören nicht in eine Aufgusslösung, die über die Steine gegossen wird – solche Zusätze sind eher Bestandteil eines separaten Honigaufgusses auf der Haut und können auf den Steinen zu klebrigen, schwer zu entfernenden Rückständen führen. Grundsätzlich gilt: Was auf den Steinen landet, sollte rückstandsfrei verdampfen, nicht antrocknen oder verbrennen.

Lagerung und Haltbarkeit selbst gemischter Konzentrate

Selbst gemischte Aufgusslösungen sollten nicht auf Vorrat für Wochen angerührt werden: Ätherische Öle sind flüchtig und verlieren mit der Zeit an Intensität, besonders wenn die Mischung offen oder in durchsichtigen Behältern steht. Sinnvoller ist es, die Mischung kurz vor dem eigentlichen Saunagang anzurühren und nicht deutlich im Voraus vorzubereiten. Unverdünnte ätherische Öle selbst halten sich dagegen deutlich länger, wenn sie dunkel, kühl und gut verschlossen gelagert werden – am besten in einer dunklen Glasflasche mit fest schließendem Deckel, fern von direkter Sonneneinstrahlung und Wärmequellen.

Sicherheitshinweise beim Mischen und Anwenden

Beim Umgang mit ätherischen Ölen empfiehlt sich, direkten Hautkontakt mit dem unverdünnten Öl zu vermeiden und die Mischung außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren. In der Kabine selbst gilt: Die fertige Wasser-Öl-Mischung wird gleichmäßig über die Steine gegossen, nie das unverdünnte Öl direkt. Wer empfindliche Atemwege hat oder unsicher ist, wie ein bestimmtes Öl vertragen wird, probiert die Mischung am besten zunächst in geringerer Konzentration aus.

In gemeinschaftlich genutzten Saunen ist außerdem Rücksicht auf andere Gäste sinnvoll: Eine sehr stark konzentrierte, ungewöhnliche Duftmischung kann für andere unangenehm intensiv wirken, während in der eigenen Heimsauna deutlich mehr Spielraum zum Experimentieren besteht.

Fazit

Der eigene Saunaduft lässt sich mit wenigen Zutaten selbst mischen: Wasser als Basis, ätherisches Öl als Duftgeber und bei Bedarf ein neutraler Alkohol zur besseren Vermischung. Entscheidend ist, sparsam zu dosieren, die Mischung frisch anzurühren und auf Zusätze zu verzichten, die auf den heißen Steinen Rückstände hinterlassen oder sich unkontrolliert entzünden können. Mit etwas Erfahrung lässt sich so über die Zeit eine ganz eigene Duftpalette entwickeln, die genau auf die eigenen Vorlieben zugeschnitten ist.

Weitere Beiträge finden Sie in der Rubrik Aufguss und Rituale – etwa den Überblick über die Aufgussarten und den Beitrag über den Saunameister.

Häufige Fragen

Wie viele Tropfen ätherisches Öl kommen auf einen Liter Wasser? +

Als grobe Orientierung reicht schon eine kleine Menge für eine spürbare, aber nicht überwältigende Note; die genaue Menge hängt vom jeweiligen Öl ab.

Kann ich ätherisches Öl pur auf die Steine geben? +

Nein, unverdünntes Öl sollte niemals direkt auf die heißen Steine gegeben werden, da es sich entzünden und stark rauchen kann.

Wie lange ist eine selbst gemischte Aufgusslösung haltbar? +

Am besten wird die Mischung kurz vor dem Saunagang frisch angerührt, da ätherische Öle mit der Zeit an Intensität verlieren.

Warum setzt sich das Öl im Wasser ab? +

Ätherische Öle lösen sich nicht von selbst in Wasser. Ein Emulgator oder gelegentliches Umrühren sorgt für eine gleichmäßigere Verteilung.

Welche Duftrichtungen eignen sich gut für Einsteiger? +

Eukalyptus und Minze gelten als vergleichsweise unkompliziert und werden häufig als angenehm klar und frisch empfunden.