Saunaarten
Südtiroler Sauna: Saunaarten, Anlagen und Hinweise für den Besuch
Finnische Sauna, Bio-Sauna, Kräutersauna, Dampfbad - die Südtiroler Saunalandschaft im Überblick: Typen, Wirkungen, öffentliche Anlagen.
- Temperatur
- 40–100 °C
- Luftfeuchte
- 10–100 %
Südtirol hat in den vergangenen Jahrzehnten eine eigenständige Saunakultur entwickelt, die auf finnischer Tradition aufbaut und sie mit regionalen Elementen verbindet: Holz aus heimischen Wäldern, Kräuter aus der alpinen Flora, Ausrichtung auf das Bergpanorama. Das Spektrum reicht von kleinen Hotelsaunen bis zu großen öffentlichen Anlagen mit mehreren Saunatypen.
Saunaarten
Finnische Sauna
Die finnische Sauna arbeitet mit 80–100 °C bei geringer relativer Luftfeuchtigkeit (10–20 %). Kurze Wassergüsse auf den Ofen - der Aufguss - erhöhen die Luftfeuchtigkeit vorübergehend und verstärken das Hitzegefühl. Das ist der in Südtirol am weitesten verbreitete Typ.
Bio-Sauna
Bio-Saunen halten 50–65 °C bei höherer relativer Luftfeuchte (40–60 %). Die geringere Temperaturbelastung macht diesen Typ für Personen zugänglicher, die hohe Hitze schlecht vertragen. Aufgüsse mit Kräuterölen sind hier üblich.
Alpine Kräutersauna
Eine Spielart der Bio-Sauna, die mit Aufgüssen aus regional gesammelten Kräutern arbeitet - Latschenkiefer, Zirbe, Arnika. Die ätherischen Öle dieser Pflanzen gelten als atemwegsunterstützend; der schleimlösende Effekt von Cineol (Hauptwirkstoff des Eukalyptusöls) ist pharmakologisch belegt.
Dampfbad
Im Dampfbad liegt die Temperatur bei 40–50 °C, die relative Luftfeuchtigkeit nähert sich 100 %. Das feuchte Klima reinigt die Poren und erleichtert das Atmen bei Reizhusten. Wegen der niedrigen Temperatur ist das Dampfbad auch für kreislaufsensible Personen verträglicher als die finnische Sauna.
Stubensauna und Lehmsauna
Die Stubensauna - in Südtirol teils als „Südtiroler Stubensauna” vermarktet - greift das Vorbild historischer Badestuben auf: kleiner Raum, Holzverkleidung, niedrige Decke. Die Panorama-Lehmsauna nutzt Lehm als Wandmaterial; Lehm reguliert Raumfeuchtigkeit und gibt Wärme gleichmäßiger ab als reines Holz.
Gesundheitliche Wirkungen
Die Forschungslage ist heterogen, einige Effekte sind gut belegt:
Herz-Kreislauf: Gefäßerweiterung durch Wärme senkt kurzfristig den Blutdruck. Finnische Langzeitstudien zeigen Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Saunieren und reduziertem Herzinfarktrisiko bei beschwerdefreien Personen - eine Kausalität ist daraus nicht direkt ableitbar.
Immunsystem: Temperaturwechsel aktivieren die Leukozytenproduktion. Der Effekt ist moderat, bei regelmäßiger Anwendung aber reproduzierbar.
Muskelentspannung: Wärme senkt den Muskeltonus. Nach langen Wanderungen oder einem Skitag kann das spürbare Entlastung bringen.
Haut: Schwitzen reinigt die Poren und verbessert die Hauddurchblutung. Ein nennenswerter Hautpflegeeffekt setzt regelmäßige Saunagänge und konsequente Nachpflege voraus.
Personen mit Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder in der Schwangerschaft sollten vor regelmäßigem Saunieren ärztlichen Rat einholen.
Öffentliche Anlagen und Wellnesshotels
Öffentliche Anlagen
| Anlage | Ort | Besonderheit |
|---|---|---|
| Cascade | Sand in Taufers | Mehrere Saunatypen, Kneippbereich |
| Balneum | Sterzing | Vier Saunen, Außentauchbecken, Abkühlgrotte |
| Cron4 | Reischach | Großes Innen- und Außenareal am Kronplatz |
| Gletschersauna | Schnalstal | Höchstgelegene Sauna Südtirols, Außenpool |
| Therme Meran | Meran | Stadtnahe Anlage, Kombination Sauna und Therme |
Wellnesshotels mit Saunalandschaft (Auswahl)
Das Alpenpalace Spa Retreat (St. Johann im Ahrntal) und das Quellenhof Luxury Resort Passeier (St. Martin im Passeiertal) gehören zu den größeren Hotelanlagen. Das Wellness Sporthotel Ratschings liegt direkt an der Liftstation - geeignet für Gäste, die Wintersport und Sauna kombinieren möchten. Das Hotel Masl gibt nach Eigenaussage sechs verschiedene Saunatypen an, darunter eine Finnische Feuersauna und eine Blockhaus-Almsauna. Preise und Öffnungszeiten ändern sich; aktuelle Angaben sollten direkt beim jeweiligen Hotel abgefragt werden.
Praktische Hinweise
Vorbereitung: Vor dem Saunagang duschen und keine schwere Mahlzeit in den vorangehenden zwei Stunden. Ausreichend trinken - mindestens 0,5 l Wasser vor dem Besuch, weitere Flüssigkeit in den Pausen.
Dauer und Intensität: Erste Gänge 8–10 Minuten, danach Abkühlphase mindestens gleicher Länge, anschließend 15–20 Minuten Ruhe im Liegebereich. Wer sich unwohl fühlt, verlässt die Sauna sofort - ein Übergangsgefühl beim Aufstehen ist normal, Schwindel ist es nicht.
Abkühlung: Tauchbecken, kalte Dusche oder - im Winter - kurzes Abkühlen im Freien. Der Wechselreiz zwischen Wärme und Kälte ist Teil der physiologischen Wirkung; wer ihn überspringt, verzichtet auf einen wesentlichen Teil des Trainingseffekts für die Gefäße.
Aufgüsse: Viele Anlagen bieten zu festen Zeiten begleitete Aufgüsse an, bei denen ein Saunameister das Handtuch schwingt, um die Luft zu bewegen. Das intensiviert das Hitzegefühl, ohne die Thermometeranzeige zu verändern. In Südtirol sind thematische Aufgüsse mit Latschenkiefer, Zirbenholzöl oder - in den Wintermonaten - Zimt und Orangenschale verbreitet.