Saunaarten
Infrarotsauna: Wirkung, Temperaturen und Vergleich zur klassischen Sauna
Infrarotsauna erwärmt den Körper durch Infrarotstrahlung statt durch Heißluft. Temperaturen, gesundheitliche Wirkungen und Unterschiede zur klassischen Sauna.
- Temperatur
- 30–60 °C
- Luftfeuchte
- 5–20 %
Wärmeprinzip: Infrarotstrahlung statt Heißluft
Die klassische finnische Sauna erhitzt die Raumluft durch einen Ofen auf 60–100 °C; der Körper nimmt die Wärme über die heiße Luft auf. Die Infrarotkabine arbeitet anders: Keramik- oder Karbon-Strahler senden langwellige Infrarotstrahlung aus, die die Haut direkt absorbiert und in Wärme umwandelt. Die Raumluft bleibt dabei vergleichsweise kühl.
Aus diesem Grundunterschied ergeben sich alle weiteren Eigenschaften beider Typen:
| Merkmal | Infrarotsauna | Klassische Sauna |
|---|---|---|
| Lufttemperatur | 30–60 °C | 60–100 °C |
| Relative Luftfeuchte | 5–20 % | 10–60 % |
| Aufheizzeit | 15–20 Min. | 30–90 Min. |
| Stromanschluss | 230 V | 400 V (Starkstrom) |
| Energieverbrauch | 1,4–2,3 kWh | 6–9 kWh |
Aufgüsse sind in einer Infrarotkabine nicht möglich. Wer das Aufguss-Ritual schätzt, ist mit einer klassischen Sauna besser bedient.
Gesundheitliche Wirkungen
Muskeln und Gelenke. Die Infrarotstrahlung erweitert die Blutgefäße in Haut und oberflächlichem Gewebe. Muskelverspannungen lassen sich dadurch lockern; bei Gelenkbeschwerden berichten viele Nutzer von kurzfristiger Linderung. Belastbare Langzeitstudien zur Wirkung bei Arthritis fehlen bislang.
Herz-Kreislauf. Bei 40–60 °C Kabinenwärme steigt die Herzfrequenz moderat an - die Kreislaufbelastung ist geringer als in einer klassischen 90 °C-Sauna. Schwere Herzinsuffizienz und unkontrollierter Bluthochdruck sind trotzdem auch für die Infrarostsauna Kontraindikationen.
Haut. Das Schwitzen verbessert die Hautdurchblutung und öffnet die Poren. Da die Schweißmenge in der Infrarotkabine geringer ausfällt als in einer heißen Sauna, ist der reinigende Effekt schwächer ausgeprägt. Berichte von Verbesserungen bei Akne oder Psoriasis existieren, klinische Belege dafür sind dünn.
Immunsystem und Stoffwechsel. Beide Saunatypen sollen die Abwehrkräfte stärken und den Stoffwechsel anregen. Die meisten Studien dazu beziehen sich auf die klassische Sauna; spezifische Daten für die Infrarotsauna sind rar. Entsprechende Werbeaussagen sollten deshalb mit Vorsicht bewertet werden.
Platzbedarf, Installation und Kosten
Kompakte Einpersonen-Infrarotkabinen beginnen bei etwa 0,9 m² Stellfläche und benötigen lediglich eine 230-V-Steckdose. Klassische Heimsaunen erfordern mindestens 4 m², ausreichend Deckenhöhe (ab 2,0 m), Abstand zu brennbaren Wänden und in der Regel einen 400-V-Starkstromanschluss durch einen Elektriker.
Bei den Anschaffungskosten liegen Infrarotkabinen häufig niedriger: Einstiegsmodelle sind ab etwa 1.000 € erhältlich, solide Kabinen mit Karbonstrahlern kosten 2.000–4.000 €. Klassische Heimsaunen beginnen bei rund 2.000 € und können je nach Holzart, Größe und Ofen deutlich darüber liegen.
Die laufenden Stromkosten unterscheiden sich spürbar. Bei einem Arbeitspreis von 30 Cent/kWh kostet eine Infrarotkabinen-Sitzung etwa 0,40–0,70 €; eine klassische Sauna kommt bei gleichem Tarif auf 1,80–2,70 € pro Sitzung.
Infrarotsauna oder klassische Sauna
Für die Infrarotsauna sprechen geringerer Platzbedarf, einfachere Installation ohne Starkstrom, kürzere Aufheizzeit und niedrigere Betriebskosten. Die niedrigeren Temperaturen machen sie zugänglicher für Personen, die intensive Hitze schlecht vertragen.
Für die klassische Sauna sprechen höhere Temperaturen, intensiveres Schwitzen, die Möglichkeit von Aufgüssen mit ätherischen Ölen sowie mehr Platz für mehrere Personen. Das traditionelle finnische Sauna-Ritual lässt sich in einer Infrarotkabine nicht nachbilden.
Bei bekannten Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Schwangerschaft oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen sollte vor der ersten Nutzung beider Saunatypen ärztlicher Rat eingeholt werden.