Planung & Bau · 6 Min Lesezeit
Heimsauna reinigen und pflegen: Anleitung
Reinigungsroutinen, geeignete Mittel und Pflegehinweise für Heimsaunen – von den täglichen Handgriffen über Saunasteine bis zur Ofenpflege.
Schimmel in Saunen entsteht fast ausschließlich durch zwei Ursachen: mangelnde Belüftung nach dem Gebrauch und zu feuchte Reinigung. Wer beides vermeidet, hält das Holz dauerhaft in Form.
Reinigungsrhythmus: Was wann zu tun ist
Nach jedem Saunagang
Wischen Sie Bänke und Boden mit einem leicht feuchten Tuch ab, solange die Sauna noch warm ist. Lassen Sie die Tür anschließend einen Spalt geöffnet, damit Restfeuchte entweichen kann. Schweißrückstände, die sofort entfernt werden, ziehen nicht ins Holz ein und hinterlassen keine Verfärbungen.
Wöchentliche Reinigung
Staubsaugen Sie den Boden, wischen Sie Bänke und Wände mit einem schwach feuchten Tuch nach und kontrollieren Sie den Ofen auf sichtbare Ablagerungen. Bei täglicher Nutzung empfiehlt sich ein kürzerer Intervall.
Monatliche Tiefenreinigung
Die Sauna vollständig abkühlen lassen, dann Wände und Decke von oben nach unten reinigen. Saunasteine einzeln auf Risse und Brüche prüfen, brüchige Exemplare aussortieren und die Lüftungsschlitze auf Verstopfungen kontrollieren.
Bänke, Boden, Wände und Glasflächen
Saunabänke
Legen Sie beim Saunagang immer ein Handtuch als Unterlage. Das reduziert Schweißflecken auf dem Holz erheblich. Hartnäckige Flecken lassen sich mit feinem Schleifpapier (Körnung 160 oder feiner) abtragen, aber nur nach Rücksprache mit dem Hersteller – bei Thermoholz ist Schleifen oft kontraindiziert. Nach dem Schleifen die Oberfläche feucht abwischen und vollständig trocknen lassen. Nach der Reinigung müssen die Bänke gut belüftet werden, da feuchtes Holz schnell Schimmel ansetzt.
Boden
Staubsaugen kommt vor dem feuchten Wischen. Haare und Fussel verstopfen anderenfalls das Tuch und verteilen Schmutz auf der Fläche. Das Tuch für die Feuchtreinigung soll nur leicht angefeuchtet sein – stehendes Wasser auf Holzdielen treibt Risse.
Wände und Decken
Wände und Decken brauchen keine wöchentliche Reinigung. Ein- bis zweimal jährlich mit einem kaum feuchten Tuch von oben nach unten abwischen reicht aus. Bei sichtbaren Verfärbungen zunächst mit Essigwasser testen, bevor Sie einen Spezialreiniger einsetzen.
Glasflächen
Warmwasser oder Essigwasser (1 Teil Essig, 3 Teile Wasser) auf einem Mikrofasertuch genügt für die laufende Pflege. Nach jedem Saunagang einmal abwischen verhindert Kalkflecken. Milde Glasreiniger ohne aggressive Chemikalien sind erlaubt, Scheuermittel nicht.
Saunaofen und Saunasteine
Ofen und Kalkflecken
Den Ofen ausschließlich im abgekühlten Zustand reinigen. Kalk- und Wasserflecken auf der Außenfläche lösen Sie mit Essigwasser (1:3). Keine Drahtbürsten verwenden – sie zerkratzen die Oberfläche und begünstigen Rostansatz. Schraubenverbindungen am Ofen einmal jährlich auf festen Sitz prüfen.
Saunasteine reinigen und austauschen
Steine nach dem vollständigen Abkühlen aus dem Ofen nehmen und mit einer weichen Bürste sowie klarem Wasser abbürsten. Alle drei bis sechs Jahre austauschen. Risse und Brüche sind ein Sicherheitsproblem: Ein gerissener Stein kann beim Übergießen mit kaltem Wasser zerplatzen. Neue Steine vor dem ersten Einsatz mit klarem Wasser abspülen und gleichmäßig im Ofen verteilen.
Reinigungsmittel: erlaubt und verboten
Geeignete Mittel
- Spezielle Saunareiniger (pH-neutral, holzschonend)
- Essigwasser 1:3 für Kalkflecken und leichte Desinfektion
- Zitronensäurelösung für hartnäckige Kalkablagerungen
- Natron als Geruchsneutralisierer: aufstreuen, einige Stunden einwirken lassen, feucht abwischen
Was nicht verwendet werden darf
Chlorhaltige Mittel verfärben Holz dauerhaft und greifen die Oberflächenstruktur an. Ölhaltige Pflegemittel gehören nicht auf Saunabänke: Sie machen die Oberfläche rutschig und können Hautreizungen verursachen. Hochdruckreiniger und Dampfreiniger sind für Saunaholz ebenfalls ungeeignet.
Desinfektion
Bei regelmäßig genutzten Heimsaunen reicht monatliches Aufheizen auf mindestens 80 °C in Kombination mit Essigwasser-Reinigung. Nach Erkrankungen oder bei Gemeinschaftsnutzung: sauna-spezifisches Desinfektionsmittel ohne Chlor einsetzen, danach gut lüften.
Wartung und Sonderfälle
Mechanische Kontrolle
Einmal jährlich alle Schrauben an Bänken und Ofen nachziehen. Türscharniere mit harzfreiem Graphitöl schmieren, damit sie nicht rosten. Holz auf Risse prüfen – kleine Risse lassen sich mit Schleifpapier glätten, tiefe Risse sollte ein Fachbetrieb beurteilen.
Infrarotsaunen
Die Infrarotstrahler nur mit einem trockenen Tuch abstauben. Keine Flüssigkeiten auf die Heizmodule bringen. Holzflächen reinigen Sie identisch zur klassischen Sauna. Da Infrarotsaunen keine Aufgüsse haben, entfallen Kalkablagerungen auf Steinen – der Reinigungsaufwand ist entsprechend geringer.
Außensaunen und Fasssaunen
Die Außenhülle mindestens einmal jährlich mit einer Holzimprägnierung behandeln. Einen ausreichenden Dachüberstand sicherstellen, der die Wände vor Schlagregen schützt. Den Innenraum nach jedem Gebrauch lüften und die Tür nicht dauerhaft verschlossen halten, damit keine Staunässe entsteht. Algenbefall an der Außenfläche entfernen Sie mit verdünnter Essigwasserlösung und einer weichen Bürste.