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Gesundheit · 5 Min Lesezeit

Saunieren für Anfänger: Temperatur und Dauer steigern

Wer neu in der Sauna ist, startet am besten bei 60 °C und kurzen Gängen. So steigern Sie Temperatur und Dauer sicher und ohne Überforderung.

Saunabank mit Holzverkleidung und Aufgusseimer

Wer zum ersten Mal sauniert, macht oft den gleichen Fehler: zu heiß, zu lang, zu schnell. Der Körper reagiert mit Schwindel oder Kreislaufproblemen, und die Lust aufs regelmäßige Schwitzen ist vorbei. Das Gegenteil funktioniert besser: niedrige Einstiegstemperatur, kurze Gänge, konsequente Abkühlung. Wer so beginnt, gewöhnt den Körper nachhaltig an die Hitze.

Erster Saunagang: Temperatur und Dauer für Einsteiger

Für Einsteiger liegt die geeignete Temperatur zwischen 60 °C und 70 °C – das entspricht einer finnischen Sauna auf der unteren Bank oder einer Biosauna auf mittlerer Höhe. Wer auf trockene Hitze empfindlich reagiert, ist in einer Biosauna (45 °C bis 60 °C, höhere Luftfeuchtigkeit) besser aufgehoben als in der klassischen finnischen Sauna mit 80 °C bis 100 °C.

Die erste Sitzung sollte 8 bis 12 Minuten dauern. Körperreaktionen, die ein sofortiges Verlassen rechtfertigen: Schwindel, Übelkeit, Atembeschwerden oder Herzrasen. Auf Schmuck verzichten – Metallteile erhitzen sich schnell und können Verbrennungen verursachen. Ein Handtuch zum Unterlegen ist Pflicht, damit Schweiß nicht auf die Holzbänke tropft.

Atmung: Flaches Hecheln verstärkt das Hitzegefühl. Tiefes, ruhiges Einatmen in den Bauch hilft dem Körper, die Temperatur besser zu tolerieren. Ein Atemrhythmus – vier Zählzeiten einatmen, sechs ausatmen – gibt einen stabilen Takt vor.

Vorbereitung: Was vor dem Saunagang zählt

Hygiene: Duschen Sie sich vor dem Saunagang gründlich, ohne Kosmetika auf der Haut zu lassen – das behindert die Schweißabgabe.

Ernährung: Schwere Mahlzeiten in den zwei Stunden vor dem Saunagang belasten den Kreislauf spürbar. Ein leichter Snack – Obst, Joghurt, eine Scheibe Vollkornbrot – ist vertretbar. Auf Alkohol vollständig verzichten: Er erhöht die Wärmebelastung und beschleunigt die Dehydration.

Flüssigkeit: Der Körper verliert pro Saunagang 0,5 bis 1 Liter Flüssigkeit durch Schweiß. Trinken Sie vor dem Einstieg 0,5 bis 1 Liter Wasser. Danach gleichen Sie den Verlust mit Mineralwasser, ungesüßtem Kräutertee oder Fruchtsaft aus – mindestens 1 Liter. Alkoholische Getränke und Koffein sind direkt nach dem Saunagang ungeeignet.

Temperatur und Dauer schrittweise steigern

Steigern Sie erst dann, wenn Sie sich auf dem aktuellen Niveau wohlfühlen – nicht nach einem festen Zeitplan.

Temperatur: Ein Wechsel auf die nächsthöhere Bank reicht oft aus, um den Reiz zu steigern, ohne die Ofentemperatur zu verändern. Wer die Temperatur am Ofen erhöht, tut das in Schritten von maximal 5 °C pro Sitzung.

Dauer: Verlängern Sie die Sitzzeit in Schritten von 5 Minuten. Erfahrene Saunagänger bleiben 15 bis 20 Minuten pro Gang; in der Infrarotsauna sind 20 bis 30 Minuten üblich. Mehr bringt keinen zusätzlichen Nutzen, erhöht aber die Kreislaufbelastung.

Aufguss: Ein Aufguss erhöht die gefühlte Temperatur durch steigende Luftfeuchtigkeit deutlich. Für Einsteiger ist es sinnvoll, die ersten Gänge ohne Aufguss zu absolvieren und ihn erst hinzuzufügen, wenn die Grundhitze gut vertragen wird. Ätherische Öle – Eukalyptus oder Zitrone – können beim Aufguss verwendet werden und unterstützen die Atemwege.

Häufigkeit: Anfänger beginnen mit einmal pro Woche. Nach einigen Wochen ohne Beschwerden sind zwei bis drei Mal vertretbar. Tägliches Saunieren ist für gut gewöhnte Personen ohne medizinische Gegenanzeigen möglich, aber kein Ziel, das man anstreben muss.

Abkühlung und Ruhephasen

Die Abkühlphase gehört zum Saunieren – sie stabilisiert den Kreislauf und schließt den Temperaturreiz sinnvoll ab.

Reihenfolge: Kühlen Sie zuerst Arme und Beine mit kaltem Wasser ab, dann den Rumpf. Ein kaltes Tauchbecken oder eine kalte Dusche folgt danach. Direkt nach dem Verlassen der Sauna ins eiskalte Wasser zu springen belastet den Kreislauf; kurz an der frischen Luft abkühlen lassen schont ihn.

Ruhephasen: Planen Sie zwischen zwei Gängen mindestens 15 bis 20 Minuten Ruhe ein. In dieser Zeit normalisieren sich Herzfrequenz und Blutdruck. Wer sich hinlegt statt zu sitzen, fördert die Erholung. Nach dem Abkühlen und der Ruhephase – nicht vorher – ist der richtige Zeitpunkt für eine Feuchtigkeitscreme; die Haut ist nach dem Schwitzen besonders aufnahmefähig.

Gesundheitliche Einschränkungen: Bei Herzerkrankungen, niedrigem Blutdruck oder in der Schwangerschaft sollte vor dem ersten Saunagang ärztlicher Rat eingeholt werden. Bei Rückenschmerzen kann die Wärme Verspannungen lösen; kurze Gänge von 5 bis 10 Minuten sind dann der sicherere Einstieg.

Häufige Fragen

Wie lange sollte der erste Saunagang dauern? +

Für den Einstieg reichen 8 bis 12 Minuten. Verlassen Sie die Sauna früher, wenn Sie sich unwohl fühlen – das ist kein Fehler, sondern richtiges Verhalten.

Bei welcher Temperatur sollten Anfänger in die Sauna gehen? +

60 °C bis 70 °C sind für Einsteiger gut geeignet. Auf der unteren Bank ist die Temperatur meist 10 bis 15 °C niedriger als oben unter der Decke.

Wie oft pro Woche kann man in die Sauna gehen? +

Anfänger können mit einmal pro Woche beginnen. Wer die Hitze gut verträgt, kann nach einigen Wochen auf zwei bis drei Mal steigern.

Was sollte man vor dem Saunieren essen und trinken? +

Keine schwere Mahlzeit in den zwei Stunden vor dem Saunagang. Trinken Sie vorher 0,5 bis 1 Liter Wasser, danach mindestens 1 Liter Flüssigkeit.

Kann man mit Erkältung in die Sauna gehen? +

Bei ersten leichten Symptomen ohne Fieber ist Saunieren möglich. Bei erhöhter Körpertemperatur oder Fieber sollten Sie darauf verzichten.