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Gesundheit · 6 Min Lesezeit

Saunieren in der Schwangerschaft: Was zu beachten ist

Sauna in der Schwangerschaft: Ab wann sie erlaubt ist, welche Temperaturen empfohlen werden und bei welchen Warnsignalen Sie sofort gehen sollten.

Schwangere Frau entspannt in einer Biosauna auf der unteren Bank

Wann Sauna in der Schwangerschaft vertretbar ist

Im ersten Trimester – bis einschließlich Woche 12 – wird von Saunagängen abgeraten. In dieser Phase entwickeln sich die Organe des Kindes, und ein anhaltend erhöhte Körperkerntemperatur steht im Zusammenhang mit einem höheren Risiko für Neuralrohrdefekte sowie vorzeitige Wehen. Hinzu kommt, dass der Kreislauf in der Frühschwangerschaft instabiler reagiert und das Kollapsrisiko steigt.

Ab dem zweiten Trimester sind Saunagänge für gesunde Schwangere ohne Risikofaktoren grundsätzlich möglich – vorausgesetzt, sie werden ärztlich freigegeben. Sprechen Sie vor dem ersten Saunagang mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, auch wenn Sie bereits vor der Schwangerschaft regelmäßig sauniert haben.

Absolute Kontraindikationen

Bei folgenden Erkrankungen oder Zuständen sollten Sie während der gesamten Schwangerschaft auf die Sauna verzichten:

  • ärztlich diagnostizierte Risikoschwangerschaft
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • frühere vorzeitige Wehentätigkeit

Sauna nach Trimester

Die Risiken und sinnvollen Einschränkungen unterscheiden sich je nach Schwangerschaftsabschnitt erheblich.

Zweites Trimester (Woche 13–26)

Das zweite Trimester gilt als die geeignetste Phase für Saunagänge in der Schwangerschaft. Die Organe des Kindes sind angelegt, und der mütterliche Kreislauf hat sich in der Regel stabilisiert. Empfohlen werden Temperaturen zwischen 60 und 80 °C auf den unteren Bänken, Gänge von maximal 10–15 Minuten und höchstens ein bis zwei Besuche pro Woche. Erfahrene Sauniererinnen können ihre bisherige Routine beibehalten, sollten aber Temperatur und Dauer anpassen.

Drittes Trimester (Woche 27 bis Geburt)

Im dritten Trimester ist Zurückhaltung angebracht. Hitze kann wehenfördernde Wirkung haben, und der wachsende Bauch erschwert schnelles Verlassen der Sauna. Viele Ärztinnen und Ärzte empfehlen, Saunagänge in den letzten vier bis sechs Wochen vor dem Geburtstermin ganz auszusetzen. Wenn Sie weiter saunieren möchten, wählen Sie mildere Varianten (Biosauna, Infrarotkabine), setzen Sie sich auf die unterste Bank und begrenzen Sie die Aufenthaltsdauer auf unter zehn Minuten.

Praktische Regeln für den Saunagang

Unabhängig vom Trimester gelten beim Saunieren in der Schwangerschaft einige feste Regeln, die Sie konsequent einhalten sollten.

Temperatur und Position: Klassische Aufguss-Saunen mit 90–100 °C sind für Schwangere zu heiß. Nutzen Sie die unteren Bänke – dort ist die Temperatur deutlich niedriger als unter der Decke.

Dauer: Maximal 10–15 Minuten pro Gang, unabhängig davon, wie gut Sie sich fühlen.

Abkühlung: Verzichten Sie auf das Eintauchen in kaltes Wasser. Kühlen Sie sich schrittweise ab – zuerst Unterarme und Unterschenkel, dann den übrigen Körper. Ruhen Sie sich danach mindestens 15–20 Minuten aus, bevor Sie den nächsten Gang beginnen oder gehen.

Flüssigkeit: Trinken Sie vor dem Saunagang ein bis zwei Gläser Wasser. Danach ersetzen Sie den Flüssigkeitsverlust nach Durstgefühl. Mineralwasser und Kräutertee sind geeignet. Symptome einer Dehydrierung – trockener Mund, Schwindel, Müdigkeit – sind ein Signal, mehr zu trinken und die Sauna zu meiden, bis Sie sich erholt haben.

Begleitung: Gehen Sie nicht allein saunieren. Eine vertraute Person kann frühe Anzeichen von Unwohlsein erkennen und im Notfall handeln.

Wann Sie die Sauna sofort verlassen:

  • Schwindel oder Übelkeit
  • Herzrasen oder Atemnot
  • Starke Kopfschmerzen oder ungewöhnliche Bauchschmerzen
  • spürbar verstärkte Kindsbewegungen oder Druckgefühl im Unterleib

Mildere Alternativen zur klassischen Sauna

Infrarotkabine

Infrarotkabinen erwärmen den Körper durch Wärmestrahlung, ohne die Raumluft stark aufzuheizen. Die Temperaturen liegen üblicherweise bei 40–60 °C – die Kreislaufbelastung ist damit geringer als in der Aufguss-Sauna. Beginnen Sie mit Sitzungen von 15–20 Minuten, trinken Sie ausreichend, und holen Sie vorab ärztliche Freigabe ein.

Dampfbad

Dampfbäder arbeiten mit feuchter Wärme bei etwa 40–50 °C. Die niedrigere Temperatur empfinden viele Schwangere als angenehmer; der hohe Feuchtigkeitsgehalt kann jedoch den Kreislauf ebenfalls belasten. Halten Sie sich nicht länger als 10–15 Minuten auf und planen Sie Dampfbadbesuche auf maximal einmal pro Woche.

Aufgüsse

Aufgüsse erhöhen die gefühlte Temperatur spürbar und werden von vielen Gynäkologinnen und Gynäkologen in der Schwangerschaft kritisch gesehen. Wenn Sie nicht darauf verzichten möchten, wählen Sie milde ätherische Öle wie Lavendel, Zitrus oder Kamille. Zedernholzöl, Rosmarin und Thymian sollten Sie meiden: Sie können Wehen begünstigen oder Kreislaufreaktionen verstärken. Halten Sie Aufgüsse kurz und verlassen Sie die Sauna, sobald die Hitzeintensität unangenehm wird.

Häufige Fragen

Darf man im ersten Trimester in die Sauna? +

Nein, die meisten Gynäkologinnen und Gynäkologen raten in den ersten zwölf Wochen davon ab. Hohe Temperaturen können in dieser Entwicklungsphase das Risiko von Neuralrohrdefekten erhöhen und vorzeitige Wehen begünstigen.

Welche Saunatemperatur ist für Schwangere empfohlen? +

Als schonend gelten 50–60 °C, erfahrene Sauniererinnen können bis 80 °C tolerieren, wenn sie auf den unteren Bänken sitzen. Klassische Aufguss-Saunen mit 90–100 °C sollten gemieden werden.

Wie lange darf man als Schwangere in der Sauna bleiben? +

Maximal 10–15 Minuten pro Gang. Danach ausreichend Ruhe einplanen und sich langsam – nicht durch Kaltbecken-Sprung – abkühlen.

Kann die Sauna Wehen auslösen? +

Starke Hitze kann wehenfördernde Wirkung haben, besonders im dritten Trimester. Im letzten Monat vor dem Geburtstermin empfehlen viele Ärztinnen und Ärzte, Saunagänge ganz zu pausieren.

Ist die Infrarotkabine eine sichere Alternative zur klassischen Sauna? +

Infrarotkabinen arbeiten mit niedrigeren Temperaturen (40–60 °C) und belasten den Kreislauf weniger. Sie gelten für viele Schwangere als schonendere Option, erfordern aber ebenfalls ärztliche Rücksprache vorab.