Gesundheit · 4 Min Lesezeit
Sauna bei Erkältung: Wann es hilft, wann nicht
Sauna bei Erkältung: Wann ein Saunagang sinnvoll ist, wann er schadet und was die Forschung zu Immunsystem und Temperatur empfiehlt.
Ob ein Saunagang bei Erkältung hilft oder schadet, hängt vor allem davon ab, wie weit die Erkältung fortgeschritten ist. Die pauschale Empfehlung in beide Richtungen greift zu kurz.
Was die Sauna im Körper auslöst
Die Körperkerntemperatur steigt in der Sauna auf 38–39 °C - ähnlich einer leichten Fieberreaktion. Der Körper reagiert mit erhöhter Ausschüttung von Leukozyten, die Durchblutung der Schleimhäute verbessert sich, und die Atemwege werden durch die warme, feuchte Luft vorübergehend geöffnet.
Ob dieser Effekt eine bestehende Erkältung verkürzt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Eine finnische Studie (Leppäluoto et al., 1990er Jahre) zeigte, dass regelmäßige Saunagänger im Schnitt seltener erkälteten als die Kontrollgruppe - allerdings war die Stichprobe klein. Neuere Übersichtsartikel bestätigen den immunmodulierenden Effekt grundsätzlich, bewerten die Datenlage aber als nicht ausreichend für klinische Empfehlungen.
Wann ein Saunagang vertretbar ist
Bei leichten Erkältungssymptomen ohne Fieber - laufende Nase, leichtes Kratzen im Hals, Müdigkeit - kann ein moderater Saunagang die Muskulatur entspannen und die Atemwege kurzfristig befreien. Drei Voraussetzungen sollten erfüllt sein:
- Körpertemperatur unter 37,5 °C
- Kein allgemeines Krankheitsgefühl (keine Gliederschmerzen, kein Schüttelfrost)
- Ausreichend Flüssigkeit vor dem Gang getrunken
Wann man besser verzichtet
Fieber ist die klare Kontraindikation. Die Hitze der Sauna belastet Kreislauf und Herz zusätzlich - das ist bei gesunden Personen unbedenklich, bei Fieber aber riskant. Ebenfalls auf die Sauna verzichten sollte, wer:
- Fieber ab 37,5–38 °C hat,
- starke Gliederschmerzen oder Schüttelfrost verspürt,
- über Atembeschwerden oder Engegefühl in der Brust klagt,
- eine akute Bronchitis oder Erkrankung der unteren Atemwege hat.
Wer sich nach einem Saunagang schlechter fühlt als vorher, sollte weitere Gänge abbrechen und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen.
Praktische Hinweise für den Saunabesuch mit leichter Erkältung
Temperatur: 60–75 °C sind verträglicher als die üblichen 80–100 °C. Feuchte Wärme im Dampfbad befreit die Atemwege oft besser als trockene Sauna-Hitze.
Dauer: Kurze Gänge von 5–8 Minuten, maximal zwei pro Besuch. Den Körper nicht zusätzlich belasten.
Flüssigkeit: Mindestens 0,5 l Wasser vor und nach dem Besuch trinken. Eine Erkältung erhöht den Flüssigkeitsbedarf ohnehin.
Abkühlung: Sanft abkühlen genügt - kalte Tauchbecken sind bei Erkältung ungünstig, eine lauwarme Dusche reicht.
Rücksicht: Wer ansteckend ist, meidet öffentliche Saunaanlagen. Erkältungsviren übertragen sich in der feuchten, warmen Kabinenluft leicht.