Gesundheit · 5 Min Lesezeit
Lichttherapie in der Sauna: Wirkung und Praxis
Rotlicht, Infrarot oder Blaulicht in der Sauna – was wirkt bei welchem Anwendungsziel und welche Sicherheitshinweise gelten bei der Lichttherapie.
Saunen mit Lichttherapie kombinieren Wärme und gezielte Lichtreize in einer Anwendung. Rotlicht und Infrarot werden in therapeutischen Kontexten seit Jahrzehnten eingesetzt; neu ist die Integration per LED-Technik direkt in die Saunakabine. Welches Lichtspektrum welche Effekte hat und worauf Sie bei der Anwendung achten sollten, steht im Folgenden.
Lichtarten und ihre Wirkungsbereiche
Rotlicht (620–750 nm)
Rotlicht im sichtbaren Spektrum regt die Durchblutung der Haut an und kann Entzündungsreaktionen dämpfen. In der Dermatologie wird es bei Akne, oberflächlichen Wunden und zur Unterstützung der Kollagensynthese eingesetzt. In der Sauna verstärkt die Wärme den vasodilatierenden Effekt; kontrollierte Studien für diese Kombination sind allerdings dünn.
Blaulicht (400–500 nm)
Blaulicht wirkt antibakteriell gegen Cutibacterium acnes und wird medizinisch zur Behandlung leichter bis mittelschwerer Akne genutzt. In Saunen ist der Einsatz weniger verbreitet; die Datenlage für Breitbandanwendungen außerhalb dermatologischer Settings ist begrenzt.
Infrarotlicht (ab 780 nm)
Infrarotstrahler sind in Infrarotkabinen der primäre Wärmegeber. Als Ergänzung in klassischen Saunen dringen sie tiefer ins Gewebe ein als die Umgebungswärme allein. Effekte auf Muskelentspannung und Gelenkbeschwerden werden untersucht; eindeutige klinische Belege aus Saunaanwendungen fehlen noch.
Wirkung auf Haut und Wohlbefinden
Wärme allein steigert die Durchblutung, senkt den Muskeltonus und fördert die Ausschüttung von Endorphinen. Lichttherapie kann diesen Prozess ergänzen – je nach Spektrum auf unterschiedliche Gewebeschichten.
Für die Haut gilt: Rotlicht kann die Kollagensynthese anregen und Entzündungen reduzieren. Diese Effekte wurden in kontrollierten Studien belegt, jedoch meist mit reinen Lichtgeräten ohne Saunahitze. Eine Übertragung auf den Saunakontext ist plausibel, aber nicht durch eigenständige Langzeitstudien gesichert.
Häufig berichtete Effekte wie besserer Schlaf oder weniger Stress sind schwer der Lichttherapie allein zuzuschreiben. Wärme, Ruhe und der Abstand vom Alltag dürften einen erheblichen Anteil haben.
Anwendung: Dauer und Häufigkeit
Eine Sitzung dauert üblicherweise 15 bis 30 Minuten. Wer Lichttherapie in der Sauna neu ausprobiert, beginnt mit 10 bis 15 Minuten und passt die Dauer nach Körperreaktion an.
Zur Häufigkeit gibt es keine einheitliche Leitlinie. Praxisüblich sind ein bis drei Anwendungen pro Woche. Bei konkreten Hautproblemen wie Akne empfiehlt sich Rücksprache mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt, um Intensität und Intervall abzustimmen.
Vor der Sitzung ausreichend trinken; danach eine Ruhephase einplanen. Das gilt für jeden Saunagang, unabhängig von der Lichttherapie.
Sicherheit und Kontraindikationen
Mögliche Nebenwirkungen
Kurzfristige Hautreizungen sind möglich, besonders bei heller Haut und hoher Lichtintensität. Kopfschmerzen können auftreten, wenn Hitze und Lichtreiz zu lang gemeinsam einwirken. In solchen Fällen: Sitzung unterbrechen, Raum verlassen, abkühlen.
Kontraindikationen
Vor dem Einsatz ist ärztliche Abklärung notwendig bei:
- Schwangerschaft
- Aktiven Hautentzündungen, Lupus erythematodes oder anderen lichtempfindlichen Erkrankungen
- Medikamenten mit photosensibilisierender Wirkung (z. B. Tetrazykline, Thiazide, bestimmte Retinoide)
- Schweren kardiovaskulären Erkrankungen
Sicherheitsvorkehrungen
LED-Systeme für Saunen müssen für Feuchträume geeignet sein (Schutzklasse mindestens IP 44, besser IP 65). Direkt in Leuchten schauen ist zu vermeiden. Die empfohlene Sitzungsdauer nicht überschreiten, solange keine Erfahrungswerte vorliegen.
Kombination mit anderen Anwendungen
Lichttherapie lässt sich mit anderen Saunaanwendungen verbinden; bekannte Wechselwirkungen gibt es nicht.
Aromatherapie: Ätherische Öle wie Lavendel oder Eukalyptus sprechen andere Sinneskanäle an. Bestimmte Düfte können die subjektive Entspannung verstärken, ohne die Lichtwirkung zu beeinflussen.
Kräuteraufgüsse: Aufgüsse mit Kamille oder Minze wirken über den Dampf auf Atemwege und Haut. Keine bekannte Kontraindikation mit Rotlicht oder Infrarot.
Musik: Beruhigende Musik senkt nachweislich Herzfrequenz und Cortisolspiegel. Der Effekt ist unabhängig vom Licht und additiv.
Die Kombination aller drei Elemente ist in sogenannten Biosaunen verbreitet. Die Wirkungen überlagern sich, ohne sich gegenseitig aufzuheben.