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Gesundheit · 5 Min Lesezeit

Atmung in der Sauna: Grundregeln für Anfänger

Wie Sie in der Sauna richtig atmen, welche Atemtechnik beim Aufguss hilft und was Anfänger beim ersten Saunagang unbedingt beachten sollten.

Holzverkleidete Saunakabine mit Aufgussofen

Wer zum ersten Mal in der Sauna sitzt, merkt schnell: Die Hitze verändert die Atmung. Die Frequenz steigt, die Atemzüge werden flacher. Das ist eine normale Schutzreaktion des Körpers. Wer diese Reaktion kennt und bewusst gegensteuert, macht das Saunieren angenehmer und verträglicher.

Die richtige Atemtechnik

Die Nase ist das entscheidende Organ. Sie filtert, befeuchtet und kühlt die heiße Luft, bevor sie die Atemwege erreicht. Wer stattdessen durch den Mund atmet, zieht trockene Luft von 80–95 °C ungefiltert in den Rachen – das reizt die Schleimhäute.

Der Rhythmus ist einfacher als jede Technik: Ausatmen etwas länger als Einatmen. Das dämpft den Atemreflex, der in der Hitze zur Hyperventilation neigt, und gibt dem Körper das Signal, dass keine Gefahr vorliegt. Wer das bewusst übt, entspannt sich spürbar schneller.

Auf der oberen Bank ist die Luft deutlich trockener und heißer. Wer die Schleimhäute schonen will, legt ein leicht angefeuchtetes Handtuch locker vor Mund und Nase – kein Druck, nur ein Filter.

Vorbereitung und erster Saunagang

Für den Einstieg gilt: untere Bank, kurze Dauer, ruhig bleiben.

Auf der unteren Bank ist es spürbar kühler als unter der Decke. 8 bis 10 Minuten sind für den ersten Saunagang ausreichend. Der Körper braucht Zeit, um sich an die Hitze zu gewöhnen; längere Gänge sind kein Zeichen von Belastbarkeit, sondern ein Risiko für Kreislaufprobleme.

Vor dem Betreten der Sauna:

  • Duschen ohne Seife oder Pflegeprodukte, damit die Haut offen ist
  • Auf warme Füße achten – kalte Füße beim Betreten erhöhen das Kreislaufrisiko
  • Weder nüchtern saunieren noch kurz nach einer Hauptmahlzeit; ein leichter Snack 1 bis 2 Stunden vorher ist unbedenklich

Während des Gangs ruhig sitzen oder liegen und unnötige Bewegungen vermeiden. Jede Bewegung erhöht die gefühlte Temperatur und beschleunigt die Atmung. Wenn Schwindel, Herzrasen oder Übelkeit auftreten, die Kabine sofort verlassen.

Saunatypen und ihre Wirkung auf die Atmung

Die vier verbreiteten Typen unterscheiden sich vor allem in Temperatur und Luftfeuchtigkeit – beides wirkt sich direkt auf die Atmung aus.

Finnische Sauna: 80–100 °C, relative Luftfeuchtigkeit 10–20 %. Die trockene Luft belastet die Schleimhäute am stärksten. Naseatmung ist hier am wichtigsten; das angefeuchtete Tuch hilft bei empfindlichen Atemwegen.

Bio-Sauna (Sanarium): 50–65 °C, 40–60 % Luftfeuchtigkeit. Die feuchte Luft ist für Anfänger und Menschen mit empfindlichen Atemwegen zugänglicher. Die geringere Temperatur erlaubt auch auf der oberen Bank Naseatmung ohne Beschwerden.

Dampfbad: 40–45 °C, nahezu 100 % Luftfeuchtigkeit. Die gesättigte Luft entlastet gereizte Atemwege. Wer Klaustrophobie kennt, sollte sich die Kabine vorher ansehen – die dichte Luft kann beengt wirken.

Infrarotsauna: 35–50 °C, die Strahlung erwärmt das Gewebe direkt statt die Luft. Die Atemluft bleibt vergleichsweise kühl, was die Schleimhäute kaum beansprucht. Geeignet für Menschen, die hohe Lufttemperaturen schlecht vertragen.

Atmung beim Aufguss

Ein Aufguss erhöht die empfundene Hitze für 2 bis 4 Minuten deutlich. Der Saunameister gießt Wasser – oft mit ätherischen Ölen versetzt – auf die heißen Steine, verteilt den Dampf mit einem Tuch und erzeugt kurze Hitzewellen.

In dem Moment, in dem das Wasser auf die Steine trifft: kurz flach durch den Mund ausatmen, dann gleichmäßig weiteratmen. Die Nasenschleimhäute reagieren empfindlicher auf den Dampfstoß als der Mund. Nach dem ersten Schwall wieder zur Nasenatmung wechseln.

Verbreitete Aromen und ihre Wirkung:

  • Eukalyptus: schleimhautbefreiend, unterstützt die Atmung bei Erkältungsneigung
  • Lavendel: wirkt beruhigend, senkt die Herzfrequenz leicht
  • Pfefferminze: Menthol erzeugt ein Kühlegefühl, belebt

Wer den Aufguss als zu intensiv empfindet, wählt die untere Bank oder verlässt die Kabine rechtzeitig davor. Die Tür während des Aufgusses zu öffnen stört die Hitzeverteilung und die anderen Gäste.

Abkühlung, Ruhephase und Grundregeln

Die Abkühlung gehört zum Saunagang – wer sie weglässt, nimmt dem Besuch einen großen Teil seiner Wirkung.

Ablauf: zuerst 1 bis 2 Minuten frische Luft, dann kaltes Wasser. Beginnen Sie an den Füßen und Beinen, arbeiten Sie sich zu Rumpf und Armen vor. Nicht sofort kaltes Wasser auf Nacken oder Kopf, solange der Körper noch auf Betriebstemperatur ist. Danach mindestens 20 bis 30 Minuten Ruhephase – in dieser Zeit fällt die Herzfrequenz, der Blutdruck stabilisiert sich, die Muskulatur entspannt vollständig.

Pro Saunagang verliert der Körper je nach Temperatur und Dauer bis zu 0,5 l Schweiß. Wasser oder ungesüßter Kräutertee gleichen das aus. Alkohol ist während des Saunabesuchs ungeeignet, da er die Rehydration verzögert und das Kreislaufrisiko erhöht.

Grundregeln auf einen Blick:

  • Handtuch unter den gesamten Körper legen – Hygiene und Schutz der Bänke
  • Sauna nicht während eines Aufgusses betreten oder verlassen
  • Flüstertonlautstärke einhalten
  • Bei Schwindel, Herzrasen oder Übelkeit sofort raus
  • Saunagang bei Fieber, akutem Infekt oder nicht abgeklärten Herzproblemen aussetzen
  • Regelmäßigkeit zahlt sich aus: 1 bis 2 Besuche pro Woche gelten als verträglich und effektiv

Häufige Fragen

Wie atmet man in der Sauna richtig? +

Atmen Sie langsam durch die Nase ein und durch den Mund aus. Wer die trockene Luft der finnischen Sauna als unangenehm empfindet, kann ein leicht angefeuchtetes Tuch vor Mund und Nase halten.

Wie lange sollte der erste Saunagang dauern? +

8 bis 12 Minuten auf der unteren Bank sind für Einsteiger ausreichend. Bei Schwindel oder Übelkeit die Kabine sofort verlassen, unabhängig von der bisherigen Dauer.

Was ist beim Aufguss in der Sauna zu beachten? +

Beim Aufguss kurz flach durch den Mund ausatmen, dann weiteratmen. Wer die Hitze als unangenehm empfindet, wählt die untere Bank oder verlässt die Kabine vor Beginn des Aufgusses.

Wie kühlt man sich nach der Sauna richtig ab? +

Zuerst 1 bis 2 Minuten frische Luft, dann kaltes Wasser – an den Füßen beginnen und Richtung Rumpf arbeiten. Danach mindestens 20 Minuten Ruhephase, bevor ein weiterer Saunagang möglich ist.

Wann sollte man nicht in die Sauna gehen? +

Bei Fieber, akuten Infekten und bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf den Saunagang verzichten. Im Zweifel vorab den Arzt befragen.